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Streit um Sputnik V: Zweifel in der Slowakei - Bestellt Deutschland?

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Von Anna Flori mit AFP, AP
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Streit um Sputnik V: Zweifel in der Slowakei - Bestellt Deutschland?
Copyright  Frantisek Ivan/Tlačová agentúra SR
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In der Slowakei erklärt die staatliche Arzneimittelkontrolle, sie könne den russischen Impfstoff Sputnik V gegen Covid-19 wegen der mangelnden Datenlage derzeit nicht zulassen.

Die slowakischen Experten beklagten zudem Unklarheiten. Die Zusammensetzung der an die Slowakei gelieferten Dosen von Sputnik V stimme nicht mit dem überein, was in der Fachzeitschrift THE LANCET zu dem Vakzin veröffentlicht worden war.

Anfang Februar hatte eine Studie in THE LANCET dem russischen Vakzin eine 91-prozentige Wirksamkeit attestiert. Auf Twitter betreibt der Fonds, der den Impfstoff verkauft, ein eigenes Konto mit dem Namen "Sputnik V". Das V steht übrigens für "victory".

Im Nachbarland der Slowakei, in Ungarn wird Sputnik V bereits verimpft.

Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums versicherte, alle Untersuchungen würden transparent kommuniziert. Zuzana Eliasova erklärte: "Die Entscheidung ist noch nicht abgeschlossen, derzeit laufen drei weitere Labortests, so dass wir Ende der Woche oder Anfang nächster Woche eine umfassende endgültige Information für die Öffentlichkeit erwarten. Wir halten nichts geheim."

In der Slowakei musste wegen des Streit um das Corona-Management die Regierung umgebildet werden. Der inzwischen ins Finanzministerium gewechselte Ministerpräsident Matovic hatte schon im Februar an seinen Koalitionspartnern vorbei 200.000 Dosen Sputnik V in Russland bestellt.

Über Lieferungen von Sputnik V will jetzt auch der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn mit Russland verhandeln. Zudem hat Bayern bereits die Produktion des russischen Impfstoffs in Illertissen geplant und eine Vorbestellung in die Wege geleitet.

Allerdings soll Sputnik V in Deutschland nur eingesetzt werden, wenn die Europäische Arzneimittelbehörde EMA dem russischen Impfstoff grünes Licht erteilt. Wie die slowakischen Behörden hatte die EMA zunächst weitere Daten zu dem Vakzin verlangt.

Journalist • Kirsten Ripper