Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Spahn kündigt bilaterale Gespräche über Sputnik V-Lieferungen an

Jens Spahn auf einer Pressekonferenz in Berlin, 01.04.2021
Jens Spahn auf einer Pressekonferenz in Berlin, 01.04.2021   -   Copyright  Michael Kappeler/dpa via AP
Schriftgrösse Aa Aa

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, mit Russland über mögliche Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V zu verhandeln. Das sagte gegenüber dem WDR.

Dafür sei allerdings eine Zulassung des russischen Impfstoffs durch die EU nötig, und Russland müsse Daten liefern. Sonst könne es keine Zulassung geben, erklärte der deutsche Gesundheitsminister. Die EU-Kommission hatte erklärt, dass sie mit den Herstellern des russischen Impfstoffs keine Verträge wie mit Pfizer, AstraZeneca oder Moderna abschließen werde.

Bestellungen von Sputnik V in bilateralen Gesprächen

Spahn erklärte nun, dass man die Frage der Bestellung in bilateralen Gesprächen klären müsse. Dabei solle es vor allem um den Zeitpunkt möglicher Lieferungen gehen. "Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen - ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff", so Spahn. Er wolle von Russland verbindliche Zusagen, "wann welche Menge konkret nach einer Zulassung auch Deutschland erreichen könnte".

Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, befürwortete eine zügige Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs durch die EMA. Allerdings sieht er Bayerns Schritt, im Alleingang eine bilaterale Beschaffung von Sputnik V zu wagen, kritisch. An diesem Mittwoch hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder(CSU) zur Produktion des Corona-Impfstoffs in Bayern einen Vorvertrag angekündigt.

AstraZeneca: Deutschland hält an StiKo-Empfehlung fest

Unterdessen gehen die Impfungen mit dem umstrittenen Impfstoff von AstraZeneca weiter. Er wird in Deutschland auch zukünftig nur bei Menschen angewandt, die älter als 60 Jahre sind. Damit folgt Deutschland der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und nicht der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die trotz der selten auftretenden Blutgerinnsel in Hirnvenen bei jüngeren Menschen eine uneingeschränkte Anwendung des Impfstoffs empfohlen hatte.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der sich in der Corona-Krise immer wieder als Experte zu Wort meldet, hat sich an diesem Mittwoch mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen, wie er auf Twitter bekannt gab. Er bleibe dabei, dass es sich bei AstraZeneca um einen hochwirksamen Impfstoff handele, bei dem schwere Nebenwirkungen "sehr rar" sind. Vor seiner Impfung hatte er im Impfzentrum in Leverkusen ausgeholfen und selbst bei den Impfungen mitgeholfen.