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Pilotprojekt in Spanien - Testlauf für die Vier-Tage-Woche

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Pilotprojekt in Spanien - Testlauf für die Vier-Tage-Woche
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Die spanische Regierung will mit einer 4-Tage-Woche auf nationaler Ebene neue Arbeitsplätze schaffen. Alba Herrero ist Studentin und Kellnerin in einem Restaurant in Madrid.

"So hat man mehr Freizeit. Am Ende der Woche hat man drei Tage frei, statt zwei".

Maria Alvarez, Miteigentümerin des Restaurants "La Francachela" hat nach dem ersten Lockdown für ihre Angestellten die 4 Tage Woche in ihrem Betrieb eingeführt. Jetzt haben die Mütter und Väter mehr Zeit für die Kinder.

"Das Privat- und Familienleben ist auch Teil der Wirtschaft. Es muss auch beachtet werden und wir müssen es in den Vordergrund stellen."

Durch die Umstrukturierung der Arbeitszeiten und die Einführung einfacher technischer Verbesserungen, wie z. B. die Entgegennahme von Bestellungen über WhatsApp, erledigt Alba ihre Arbeit in kürzerer Zeit, bei gleichem Lohn.

"Dank unseres selbst gesteckten Ziels, eine Vier-Tage-Arbeitswoche einzuführen, sind wir jetzt ein viel effizienteres Unternehmen. Das hat uns gezwungen umzudenken, um unser Ziel zu erreichen".

Spanien will die Machbarkeit einer Vier-Tage-Woche auf nationaler Ebene testen. Mas País, die Partei hinter der Initiative, glaubt, dass kürzere Arbeitszeiten neue Arbeitsplätze schaffen können und ein sinnvolleres Leben außerhalb der Arbeit ermöglichen.

Dazu Inigo Errejon, Abgeordneter der 2019 gegründeten Partei Más País

"Niemand ist ein freier Mensch, wenn er keine Zeit hatt. Wir leben ein stressiges Leben, das darin besteht, von zu Hause zur Arbeit zu gehen, von der Arbeit nach Hause und am Wochenende unsere Besorgungen zu machen. Das ist nicht das Leben".

Eine Vier-Tage-Woche könnte auch gut für die Umwelt sein, da sie den wöchentlichen Pendelverkehr der Arbeitnehmer reduziert.

"Mehr als die Hälfte der spanischen Arbeitnehmer arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche. Einige sagen, dass die Regierung zuerst sicherstellen sollte, dass niemand mehr als 8 Stunden pro Tag arbeitet, bevor es kürzere Arbeitszeiten gibt".

Die Pandemie hat die Arbeit vom Büro nach Hause verlagert, was den Menschen mehr Flexibilität im Tagesablauf ermöglicht.

Dazu Jose Luis Casero, Vorsitzender der spanischen Rationalisierungskommission:

"Man muss sich im Büro, aber auch online abmelden. Man schaltet ab, und das war's. Man muss abschalten, damit man ein Leben nach der Arbeit hat".

Wenn sich das Pilotprojekt bewährt, könnte Spanien eines der ersten Länder der Welt werden, das eine landesweite Vier-Tage-Woche für Arbeitnehmer einführt.