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Zu wenige Dosen in Afrika: Globale Impfgerechtigkeit bleibt Illusion

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Von Euronews  mit dpa, afp, AP
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Eine Covax-Impstofflieferung kommt am Flughafen von Mogadishu in Somalia an.
Eine Covax-Impstofflieferung kommt am Flughafen von Mogadishu in Somalia an.   -   Copyright  Farah Abdi Warsameh/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Fast fünf Millionen Corona-Impfungen in den USA pro Tag, während in 30 Ländern weltweit noch keine einzige Dosis verimpft wurde, die meisten davon in Afrika. Zahlen, die zeigen: Im globalen Wettkampf um die Impfstoffverteilung haben ärmere Länder das Nachsehen.

Guterres: Impfstofflücke bedroht uns alle

Das müsse sich endlich ändern, fordert UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Die Pandemie sei ein Test für den Multilateralismus und bislang habe man ihn nicht bestanden.

"75 Prozent der weltweiten Impfungen gehen auf das Konto von nur zehn Ländern", so Guterres. "Andere haben noch nicht mal damit begonnen, ihre Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Risikopatienten zu impfen. Diese Impfstofflücke bedroht die Gesundheit aller. Das Virus wird überall gefährlich, wenn es sich in einigen Ländern unkontrolliert ausbreitet."

Covax: Gerechte Impfstoffverteilung mit Hürden

Niemand ist sicher, bis alle sicher sind – so auch die Devise der globalen Impfinitiative Covax, der bislang 190 Staaten beigetreten sind. Die Idee: Die Reichen finanzieren über Covax Vakzine für ärmere Staaten.

Doch Kritiker sprechen von einem „Feigenblatt der Industrieländer“, das vor allem dazu diene ihre Geschäfte mit den Pharmakonzernen zu verschleiern. Auch Ärzte ohne Grenzen halten Covax für einen "Tropfen auf dem heißen Stein". Um wirklich etwas zu verändern, müsse man ärmere Länder dabei unterstützen, eine eigene Impfstoffproduktion aufzubauen.

Die EU, die mit rund 800 Millionen Euro an Covax beteiligt ist, nennt das Programm einen „Erfolg“. Fakt ist: Covax ist stark unterfinanziert und so bleibt die Pandemie global, ihre Bekämpfung aber nicht. Vor allem mit Blick auf hoch ansteckende Mutationen wird das laut UNO auf lange Sicht zum immer größeren Problem.