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Im Zeichen von Gewalt: Albanien wählt ein neues Parlament

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Im Zeichen von Gewalt: Albanien wählt ein neues Parlament
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Zwei Tage vor den Parlamentswahlen ist in Albanien der Wahlkampf offiziell zu Ende gegangen. Die Parteien hielten ihre Abschlusskundgebungen. Die Wahlen gelten als Meilenstein für das Land auf dem Weg in die europäische Union.

Regierungschef Edi Rama von den Sozialisten sprach vor Anhängern in der Stadt Vlora. Er strebt mit seiner Partei den dritten Sieg in Folge an. Der Chef der konservativen, Demokratischen Partei, Lulzim Basha, versammelte seine Anhänger in der Hauptstadt Tirana. Er warf der Regierung erneut Korruption vor sowie Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

Wichtiger Schritt Richtung EU

In Albanien sind rund 3,6 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter viele mit Wohnsitz in anderen Ländern. Zwölf Parteien und Bündnisse treten an, um einen der 140 Sitze im Parlament zu erlangen. Weder eine vorzeitige Stimmabgabe noch Briefwahl ist in Albanien erlaubt.

Das Land ist seit 2009 Mitglied der NATO. Seit 2014 ist es EU-Beitrittskandidat. Albanien will im Laufe des Jahres mit der Union über eine feste Mitgliedschaft verhandeln.

Der Wahlkampf war von Gewalt überschattet. Bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten der beiden politischen Lager ist in der albanischen Stadt Elbasan ein Mann erschossen worden. Vier weitere Männer, unter ihnen ein Polizist, erlitten Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich bereits am Mittwoch, vier Tage vor den Parlamentswahlen in Albanien.

Werden internationale Standards erreicht?

Bei dem Erschossenen handelte es sich um einen Wahlhelfer der Sozialistischen Partei (PS) von Ministerpräsident Edi Rama. Der mutmaßliche Todesschütze stellte sich anschließend der Polizei, berichteten Medien in der Hauptstadt Tirana. Er gehört der national-konservativen Demokratischen Partei (PD) an, die den Sozialisten immer wieder Wahlbetrug und Verstrickung in die organisierte Kriminalität vorwirft.

Zu der Schussabgabe kam es, als Aktivisten der PD das Fahrzeug mit dem späteren Todesopfer aufhielten. Die Anhänger der Oppositionspartei beschuldigten den 56-Jährigen, Geld verteilt zu haben, um Stimmen für die Wahlen zu kaufen. Die EU-Vertretung und die US-Botschaft in Tirana forderten die Behörden auf, den Vorfall umfassend aufzuklären.

Bei den Wahlen gilt Ramas PS laut Meinungsumfragen als Favoritin. Umfragen sind in Albanien allerdings nicht immer zuverlässig.