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"Diplomatenjagd" im Ex-Ostblock - Lawrow: EU soll eingreifen

Von su mit dpa
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Die "Diplomatenjagd" zwischen ehemaligen Ostblockstaaten und Russland geht weiter: Rumänien hat den stellvertretenden russischen Militärattaché ausgewiesen. Laut Außenministerium in Bukarest hat der Diplomat gegen die Wiener Konvention von 1961 über diplomatische Beziehungen verstoßen, Details wurden nicht genannt.

Es ist das bisher letzte europäische Land, das einen russischen Diplomaten aus Solidarität mit der Tschechischen Republik wegen ihres Streits mit Moskau ausgewiesen hat. Estland, Lettland und Litauen hatten dasselbe getan. Zuvor hatten Tschechien, Bulgarien, Polen, und die Slowakei russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt. Mehrere Russen sahen sich Vorwürfen ausgesetzt, in ihren Gastländern spioniert zu haben. Insgesamt mussten bisher mehr als 100 Diplomaten ihre Koffer packen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte die EU auf, auf die von ihm als “gestört” bezeichneten tschechischen Anschuldigungen zu reagieren.

EXPLOSION IN VRBETICE

Die Krise hatte mit der Mitteilung begonnen, dass russische Agenten offenbar für eine tödliche Explosion in einem tschechischen Munitionsdepot 2014 verantwortlich waren. Erst wies Tschechien 18 russische Diplomaten aus, wenige Tage später noch einmal 63 Botschaftsangehörige.

Bei der Explosion in einem Munitionsdepot in der Nähe des mährischen Dorfes Vrbetice waren zwei Menschen ums Leben gekommen.

Die tschechische Polizei sagte, sie suche nach zwei Männern mit russischen Pässen mit denselben Namen wie die Verdächtigen bei der vermuteten Novichok-Vergiftung von Sergei Skripal in Salisbury im Jahr 2018.

Die Affäre steuert auf einen historischen Wendepunkt in den tschechisch-russischen Beziehungen zu. Die Botschaften beider Seiten sollen dauerhaft verkleinert werden – die russische Botschaft in Prag beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter.

Ungarn, Polen und die Slowakei unterstützen Tschechien im Rahmen der sogenannten Visegrad-Gruppe.

Der polnische Außenminister verurteilte den Vorfall als Aggression und Verstoß gegen das Völkerrecht.

"GESTÖRTE KOMMENTARE"

Russland hat jegliche Beteiligung an den Explosionen von 2014 bestritten. Außenminister Sergej Lawrow:

“All diese gestörten Kommentare und emotionalen Aussagen, nicht sehr wohl überlegt. Wahrscheinlich sollte sich die Europäische Union mit dieser Geschichte befassen. All dies geschah auf ihrem Territorium.”

Zuletzt hatte Moskau als Reaktion 20 tschechische Diplomaten ausgewiesen.

su mit dpa