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Mauthausen: Aufzählen der Mordopfer dauert 12 Stunden

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Klang- und Videoinstallation an der Außenmauer des ehemaligen KZs Mauthausen
Klang- und Videoinstallation an der Außenmauer des ehemaligen KZs Mauthausen   -   Copyright  -Screenshot- EBU
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Jòzsef Adám, Ida Strohmer - das sind nur zwei von 90.000 Namen der Menschen, die während des zweiten Weltkriegs im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen in Österreich ermordet wurden.

12 Stunden dauert die Klang- und Videoinstallation, in der alle bisher bekannten Namen vorgelesen werden.

Mit dem Projekt #eachnamematters wurde den Opfern am Jahrestag der Befreiung gedacht.

Der bloßen Zahl sollen Namen mit individuellen Lebensgeschichten entgegengesetzt werden, sagte die Direktorin der Gendenkstätte.

Barbara Glück, Direktorin des Mauthausen Memorial: "Und das dieses Mal auf eine ganz besondere Art und Weise, nämlich, dass wir an die Außenmauer des ehemaligen KZs die Namen der Ermordeten projizieren. Circa 90.000 Menschen sind ermordet worden. Und mit dieser Lichtinstallation und Klanginstallation und dem Einsprechen ihrer Namen geben wir ihnen ihre Identität und ihre Würde zurück."

Im KZ Mauthausen mit seinen 49 Nebenlagern waren 200.000 Menschen aus aller Welt interniert, mindestens 90.000 überlebten nicht. Am 5. Mai 1945 wurde Mauthausen durch die US-Armee befreit.

Zu dem Projekts, das vom österreichischen Innenministerium unterstützt wurde, gehört eine Social-Media-Aktion. Unter dem #eachnamematters können Menschen ihre Erinnerungen, Gedanken und Eindrücke zu einzelnen Biografien unter dem zu teilen.

Am 76. Jahrestag der Befreiung besuchte Österreichs Innenminister Karl Nehammer Gusen und Mauthausen. Gusen ist ein Konzentrationslager in der Nähe von Mauthausen. Österreich hat mehrere Grundstücke des ehemaligen Konzentrationslagers gekauft, um auch in Gusen eine Gedenkstätte einzurichten.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Österreich für Mauthausen als Gedenkort entschieden und sich nicht auf Gusen konzentriert.

Wie Karl Nehammer betonte, sei dies nicht richtig, weil die Geschichte an diesem Ort lebt und es daher eine angemessene Gedenkstätte für all jene sein muss, die an diesem Ort getötet wurden.