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Großbritannien: Kommt bald der digitale Personalausweis?

Von Euronews
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Großbritannien: Kommt bald der digitale Personalausweis?
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Immer ihren Ausweis dabei haben, das mussten die Briten zuletzt während des Zweiten Weltkrieges. Heute ist das Vereinigte Königreich eines der wenigen Länder in Europa, in dem man sich nicht ausweisen muss. Im Jahr 2010 verwarf die Regierung die Pläne für eine neue National ID Card.

"Der Ausweis hat sich im Laufe der Jahrzehnte von einer sehr einfachen Plastikkarte mit Foto zu einer Smart Card entwickelt, die digitale Informationen enthält", sagt der Datenschutzexperte Phil Booth. "Uns bereiten diese riesigen Regierungsdatenbanken und wofür diese genutzt werden, Sorge. Dagegen erheben wir Einspruch."

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Datenschutz-Experte Phil BoothEuronews

Der Menschenrechtsanwalt Booth erklärt, dass in ganz Europa die Digitalisierung der Ausweise voranschreite. Doch er warnt: "In manchen Ländern wird das mehr von den Bürgern kontrolliert, in anderen hingegen mehr von der Regierung. In Großbritannien sind die Menschen nicht besonders angetan von der Idee, dass die Regierung sich in jeden Aspekt Ihres Lebens einmischt."

Bürokratieabbau durch neuen Ausweis?

70 Jahre nach Ende des Krieges arbeitet die Regierung an zwei neuen Ausweisen. Ein Plan ist, bei Wahlen einen Lichtbildausweis zu verlangen. Obwohl Wahlbetrug hier sehr, sehr selten ist. Der andere Weg seine Identität nachzuweisen, würde online geschehen. Also ein sogenannter digitaler Ausweis . Dieser würde beim Zugang zu staatlichen Dienstleistungen, wie Sozialhilfe oder Gesundheitsversorgung verlangt werden.

Auch Online-Unternehmen sehen Bedarf für einen digitalen Ausweis. "Egal, um was es sich handelt, eine Bewerbung für einen neuen Job oder das Beantragen einer Hypothek - man muss sich sehr oft ausweisen und das kann sehr mühsam sein", erklärt Katherine Holden von "Tech UK". "Der Vorteil des digitalen IDs ist es, dass diese ganze Bürokratie, dieser ganze Papierkram wegfällt. Es ist ein schneller, zuverlässiger und sicherer Weg, seine Identität Online nachzuweisen."

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Katherine Holden, Tech UKEuronews

Eine große Datenbank ist nicht geplant. Doch Aktivisten, wie Jim Killock von "Open Rights Group" sehen trotzdem ein Risiko: "Sie sagen, man könne sich bei einer privaten, unabhängigen Firma verifizieren. Und die Daten würde dann nicht an die Regierung weitergegeben. Das bleibt jedoch problematisch. Es gibt immer Beamte, die am liebsten alle Daten miteinander verknüpfen würden."

Die Regierung wagt in puncto Ausweis einen neuen Vorstoß. Die Technologie hat Fortschritte gemacht, die Meinung der BürgerInnen scheint die Alte zu sein.