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Influencer sollten Negatives über BioNTech posten - für 2.000 Euro

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Von Kirsten Ripper  & Euronews mit France Info, F2, Fact and Furious
Spritzen für die Impfung mit BioNTech/Pfizer in Frankreich
Spritzen für die Impfung mit BioNTech/Pfizer in Frankreich   -   Copyright  Michel Spingler/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Nicht nur französische Medien sind der ziemlich unglaublichen Kampagne nachgegangen - auch der deutsche Journalist und YouTuber Mirko Drotschmann bestätigt den Vorfall.

Bekannte Influencer, die über medizinische Themen oder andere Erklärvideos posten, haben ein seltsames Angebot bekommen. Sie sollten etwas Negatives über den Impfstoff von BioNTech/Pfizer berichten - und dafür großzügig entlohnt werden. Auf France Info berichtete einer der Influencer von etwa 2.000 Euro, die ihm versprochen worden seien.

Léo Grasset, der sich auf Twitter "dirtybiology" nennt, hat auf YouTube 1,17 Millionen Follower.

Ihm kam das Angebot gleich seltsam vor: "ich habe eine Zusammenarbeit angeboten bekommen, die darin besteht, in einem Video den Impfstoff von Pfizer niederzumachen. Riesiges Budget, der Kunde will incognito bleiben und man darf keinen Sponsor angeben. Wenn Ihr solche Videos seht, wisst Ihr, woran Ihr seid und dass es Marketing ist."

Wie die Journalisten von France 2 berichten, hätte der Influencer schreiben sollen, dass die Todesrate nach einer Impfung mit BioNTech/Pfizer drei Mal so hoch sei wie bei AstraZeneca.

Mirko Drotschmann wurde kontaktiert

Der deutsche Journalist und Youtuber mit 1,49 Millionen Followern Mirko Drotschmann - alias MrWissen2go - hat auf Twitter schon am 18. Mai 2021 bestätigt, dass auch er ein solches Angebot bekommen hat.

Eine Kampagne, die "übel, gefährlich und unverantwortlch" ist

Die französischen Gesundheitsbehörden sagen, die Zahlen zu den vermeintlichen Todesfällen durch Impfungen mit BioNTech/Pfizer seien falsch. Gesundheitsminister Oliver Véran nannte die Kampagne "übel, gefährlich und unverantwortlich".

Und wer steckt hinter den Angeboten? Die Spur führt nach Russland

Wie zunächst die Internet-Plattform "Fact and Furious" aufgezeigt hatte, hat zwar eine Agentur namens FAZZE die Influencer kontaktiert - allerdings besteht diese offenbar vor allem aus Angestellten, die Verbindungen nach Russland haben. Offenbar gehört FAZZE zu der russischen Agentur AdNow - und eine Mitarbeiterin von AdNow hat vor einigen Tagen ihr Linkedin-Profil gelöscht.

Laut France 2 wurden den Influencern Argumente suggeriert, die den Slogans der Agentur ähneln, die Marketing für den russischen Impfstoff Sputnik V betreibt. Doch offiziell weist Sputnik V jede Verbindung zur der Kampagne mit den Influencern von sich.

Bisher ist Sputnik V von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA noch nicht zugelassen.

Experten für internationale Politik wie Julien Nocetti erklären: "Der Diskurs über Russlands Soft Power zielt weniger darauf ab, ein positives Bild des Landes zu vermitteln, als vielmehr zu versuchen, das Handeln des Westens zu delegitimieren."

Im Twitter-Profil von Geopolitik-Forscher Nocetti sitzen ein dicker Braunbär, ein Militär, eine Frau im roten Kostüm und eine Babuschka an einem Tisch - vor ihren Computern.