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Explosionen in Serbiens führender Munitionsfabrik

Von Julika Herzog mit dpa
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Explosionen in Serbiens führender Munitionsfabrik
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In einer der größten Munitionsfabriken Serbiens hat sich eine Serie von Explosionen ereignet. Bei dem Unfall in einem Lager der Sloboda-Werke in Cacak, 140 Kilometer südwestlich von Belgrad, wurde in der Nacht zum Freitag niemand verletzt oder getötet, wie das staatliche Fernsehen RTS berichtete. Löschmannschaften der Feuerwehr sind weiter vor Ort.

"Die Sloboda-Fabrik produzieren auch Haushaltsgeräte, doch hier in Cacak wird hauptsächlich Armeemunition herstellt, und in diesem Teil der Werke fanden die Explosionen statt. Während der NATO-Bombenangriffe 1999 gegen Jugoslawien hat die NATO diese Fabrik schwer bombardiert. Die Leute, die hier leben, sind also an Detonationen gewöhnt. Und das nicht nur wegen der Bombardierungen von 1999, sondern auch wegen mehrerer Zwischenfällen in den letzten Jahren, bei denen sogar Arbeiter verletzt wurden", berichtet Dujan Haji Nikoleidj, Reporter von Euronews Serbien.

Aufnahmen aus der Nacht zeigen ein riesiges Feuer, das den Nachthimmel über der Kleinstadt Cacak erleuchtet, es sind auch immer neue Explosionsgeräusche zu hören. Die Ursache für die Explosionen war zunächst unbekannt. Auch war nochnicht klar, welchen Schaden der Unfall angerichtet hat.

Sloboda in Cacak wurde 1948 errichtet und war mit 7000 Mitarbeitern ein Prestigeunternehmen im sozialistischen Jugoslawien. Es stellte damals nicht nur Waffen, sondern auch Haushaltsgeräte her. Während der Nato-Luftangriffe gegen Serbien 1999 wurde die Fabrik schwer bombardiert. 2010 baute die serbische Regierung das Werk wieder auf, in das sie seitdem 30 Millionen Euro investierte.

Derzeit beschäftigt Sloboda mehr als 2000 Mitarbeiter, die hauptsächlich Armeemunition herstellen. Zwischen 2010 und 2013 kam es nach serbischen Medienberichten zu drei Zwischenfällen mit Explosionen, insgesamt drei Arbeiter erlitten dabei Verletzungen.