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Genf, Schauplatz der Weltpolitik

Von Luis Nicolas Jachmann
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Genf, Schauplatz der Weltpolitik
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Wenn Genf am Mittwoch Schauplatz des Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin wird, empfängt die Stadt am Genfer See nicht zum ersten Mal die Präsidenten beider Staaten.

Legendär war das Aufeinandertreffen Ronald Reagans auf Michail Gorbatschow im Jahr 1985, mitten im Kalten Krieg. Ein Treffen, das eine Phase der Entspannungen zwischen den Blöcken einleitete.

Ein Schweizer Journalist, damals beim Treffen in der Villa Fleur d'Eau dabei, erinnert sich: "Jeder spürte, dass es ein historischer Moment war. Ich würde sagen, es war ein echter Wendepunkt in einer Zeit, die wir heute kaum noch begreifen können. Wie angespannt es war, wie viel auf dem Spiel stand", erzählt Claude Smadja, ehemaliger Chefredakteur des Schweizer Fersehsenders TSR.

Genf 1985 - historischer Schauplatz

Vor dem Treffen vor 36 Jahren hatte keiner zu glauben gewagt, dass diese Gespräche zwischen Reagan und Gorbatschow eine Abrüstungspolitik der beiden rivalisierenden Staaten einleiten würde. Umso überraschender das Setting damals: "Es gab erstaunlich wenig Sicherheitsvorkehrungen. Natürlich war der amerikanische Geheimdienst da. Wenn es um den Schutz des Präsidenten geht, wird nicht mit gescherzt, aber die Maßnahmen waren außerordentlich diskret. Das wären heute Zustände, von denen man bei diplomatischen Treffen dieser Art nicht einmal träumen könnte", sagt Smadja.

Joe Biden auf seiner ersten Europa-Reise als US-Präsident

Die Sicherheitsvorkehrungen heute sind mit damals kaum vergleichbar. Hier, in der Villa La Grange werden Putin, Biden und die diplomatische Entourage immens abgeschirmt sein. Das Viertel um den Schauplatz des amerikanisch-russischen Spitzentreffens wird nahezu hermetisch abgeriegelt sein.

Der Westen und die damalige UdSSR - eine schwierige Beziehung. Rund 40 Jahre später haben sich die Fronten wieder verhärtet. Der Ton zwischen Biden und Putin ist rauer geworden. Aber Überraschungen gehören genauso zum schwierigen Verhältnis zwischen der USA und Russland - bestimmt auch am Mittwoch.