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Umstrittener Flaggenmarsch - Nationalisten ziehen durch Jerusalem

Von Euronews mit dpa
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Umstrittener Flaggenmarsch - Nationalisten ziehen durch Jerusalem
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Rund 5.000 Nationalisten sind in Israel bei einem umstrittenen Flaggenmarsch durch Jerusalem gezogen - eine erste Herausforderung für Israels neue Regierung und eine mögliche Bedrohung für den fragilen Waffenstillstand im Gazastreifen.

Bei Zusammenstößen mit der Polizei in der Nähe der Jerusalemer Altstadt waren vor dem Marsch 27 Palästinenser verletzt worden. Die Route sollte auch durch das muslimische Viertel der Altstadt führen, was Palästinenser als besondere Provokation empfinden.

Unterstützer von Ex-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatten den Marsch organisiert. Mit der Parade durch die Stadt feiern Nationalisten den Jahrestag der Eroberung des arabisch geprägten Ostjerusalems durch israelische Truppen im Sechstagekrieg von 1967. Der letzte Marsch anlässlich des sogenannten Jerusalem-Tags wurde am 10. Mai wegen Raketenangriffen der im Gazastreifen herrschenden Hamas abgebrochen.

Damit begann im Mai eine elftägige gewaltsame Auseinandersetzung, bei der im Gazastreifen 255 Menschen und in Israel 13 Menschen getötet worden.

Im Gazastreifen demonstrierten Tausende Palästinenser gegen den jetzt nachgeholten Flaggenmarsch. Im Süden Israels waren mehrere Felder vermutlich durch sogenannte Brandballons aus dem Gazastreifen niedergebrannt worden.

Die von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestufte islamistische Gruppierung Hamas hatte im Fall neuer "Verstöße" Israels mit erneuten Angriffen gedroht.

Erste Bewährungsprobe für neue Regierung unter Bennett

Der Flaggenmarsch ist die erste Herausforderung für Israels neue Regierung unter dem ultrarechten Naftali Bennett. Ein Verbot hätte ihn Ansehen unter seinen Anhängern gekostet und wäre als Kapitulation vor der Hamas aufgefasst worden.

Mit nur einer Stimme Vorsprung war die Acht-Parteien-Regierung am Sonntagabend im Parlament bestätigt worden. Besonders zwischen der konservativ-islamischen Raam und der ultrarechten und siedlerfreundlichen Jamina-Partei von Bennett dürfte eine Zusmamenarbeit schwierig werden.

Raam-Chef Mansur Abbas sagte, der Marsch hätte verboten werden sollen, er könne die ganze Region in Brand stecken und die Regierung untergraben.

Die israelische Armee verlegte nach einem Bericht der "Jerusalem Post" zusätzliche Kräfte ins Westjordanland. Verteidigungsminister Benny Gantz betonte bei einem Treffen mit Sicherheitsbehörden die Notwendigkeit, "die persönliche Sicherheit von Israels Bürgern, Juden und Arabern gleichermaßen, zu schützen".

Die UNO hat vor einer Bedrohung für den fragilen Waffenstillstand im Gazastreifen gewarnt.