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Bericht: Corona macht Reiche reicher und Arme ärmer

Von su mit dpa
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Bericht: Corona macht Reiche reicher und Arme ärmer
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Die Corona-Pandemie hat 2020 dem weltweiten Vermögenszuwachs nur kurzfristig einen Dämpfer versetzt. Am Ende des Jahres verfügten die Menschen weltweit über netto 418,3 Billionen Dollar (351 Billionen Euro, rund 640 mal der deutsche Bundeshaushalt). Dies sind 7,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist, so der Global Wealth Report* der Schweizer Großbank Credit Suisse.

Theoretisch kommen auf jeden Erwachsenen weltweit damit rund 80.000 Dollar (67.000 Euro). Praktisch besitzen 1,1 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung knapp 46 Prozent aller privaten Vermögen. Und gut jeder hundertste von uns ist (Dollar-) Millionär.

CORONA-HILFEN FÜR VERMÖGENDE

Corona-Hilfen wie niedrigere Zinsen und staatliche Ankurbel-Programme kamen demnach oft denen zugute, die staatliche Unterstützung am wenigsten benötigten und steigerten vorhandene Vermögenswerte wie Immobilien oder Aktien trotz wirtschaftlichen Abschwungs und extremer Kursschwankungen. Viele weniger Begüterte verloren in der Coronakrise ihre Jobs und rutschten ab.

Nachdem sich die Schere zwischen Arm und Reich in den vier Jahren vor Corona noch leicht geschlossen hatte, ging sie im vergangenen Jahr wieder weiter auf.

2,9 Milliarden Menschen oder 55 Prozent der Bevölkerung hatten weniger als 10 .000 Dollar (8.400 Euro) als Reserve, 1,3 Prozent aller Vermögen (2019: 1,4 Prozent).

MEHR MILLIONÄRE

Gut 56 Millionen Menschen weltweit kommen nach dem Bericht auf mehr als eine Million Dollar Vermögen – 5,2 Millionen mehr als im Vorjahr. Sie leben vor allem in den USA (22 Millionen Dollar-Millionäre, + 1,73 Millionen), in China (5,3 Millionen, + 257.000) oder Japan (rund 3,7 Millionen, + 390.000) in Deutschland sind es knapp 3 Millionen – 633,000 mehr als vor Jahresfrist. Bei der Millionärsdichte (je erwachsene Einwohner), steht die Schweiz mit knapp 15 Prozent unangefochten an der Spitze. Dann kommen Australien (9,4 Prozent), die USA (8,8), Hongkong (8,3) und die Niederlande (7,7). Deutschland kommt auf 4,3 Prozent.

Die Vermögen in Nordamerika, Europa, China und in der Asien-Pazifik-Region stiegen 2020 deutlich und schrumpften in Lateinamerika und Indien.

MEHR SPARER

Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin Economics & Research bei der Credit Suisse:

«In Anbetracht des eingeschränkten Konsums ist die Ersparnis der Haushalte stark angestiegen, was das Finanzvermögen der Haushalte erhöht und deren Schulden verringert hat. Die Zinssenkung seitens der Zentralbanken hat vermutlich den größten Einfluss. Sie ist einer der Hauptgründe für den Anstieg der Aktienkurse und Hauspreise, die wiederum direkt in unsere Berechnungen des Haushaltsvermögens einfließen.»

Die Bank-Ökonomen erwarten, dass das globale Vermögen in den nächsten fünf Jahren um weitere 39 % auf 583 Billionen US-Dollar (490 Billionen Euro) steigt, während die Zahl der Millionäre voraussichtlich um fast die Hälfte auf 84 Millionen Personen zunimmt. Die Gruppe der Superreichen (Ultra-High-Net-Worth) könnte um fast 60 % auf 344.000 Menschen wachsen.

*Im Unterschied zu anderen Vermögensstudien etwa der Deutschen Bundesbank, die Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen summieren, berücksichtigt die Credit Suisse in ihren Berechnungen auch Immobilien und deren Wertentwicklung.

su mit dpa