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Genau der Richtige: Spike Lee wacht über Cannes

Von Euronews mit DPA / AFP
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Spike Lee mit "1619"-Mütze in Cannes
Spike Lee mit "1619"-Mütze in Cannes   -   Copyright  Vianney Le Caer/Vianney Le Caer/Invision/AP
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Er wacht in diesem Jahr mit Argusaugen über das Filmfestival von Cannes: Jury-Präsident Spike Lee, der erste Afroamerikaner überhaupt auf diesem Posten.

Er gilt als Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen im Kino, angefangen mit seinem Kultfilm "Do the Right Thing", der ihn vor 32 Jahren berühmt machte.

Auf die Frage, was von ihm als Jurypräsident zu erwarten sei, nimmt sich Spike Lee Zeit für eine dennoch deutliche Antwort.

Nicht mehr wie Tiere gejagt werden

"Wenn man betrachtet, was mit Eric Garner geschah, (der 2014 bei einer Festnahme ums Leben kam), wenn man sehe, was mit George Floyd geschah, der ermordet, gelyncht wurde, denke ich automatisch an Radio Raheem (der in 'Do the Right Thing' von einem Cop in den Schwitzkasten genommen wird und stirbt).

Man hätte hoffen können, dass 30 verdammte Jahre später Schwarze nicht mehr wie Tiere gejagt werden."

Aber - (verschmitztes Lächeln) - er sei dennoch froh, hier zu sein. Und bedanke sich dafür.

"1619" als Erinnerung an den Beginn der Sklaverei in den USA

Bei allem Glanz und Glamour in Cannes gerät das Politische bei Spike Lee nie in den Hintergrund. Angefangen mit Aufschrift 1619 auf seiner Mütze, als Erinnerung an den Beginn der Sklaverei in den USA.

Seine Meinung zu Bolsonaro, Putin und Co? "Diese Welt wird von Gangstern regiert, von Leuten wie Agent Orange (sprich Donald Trump), dessen Kumpel in Brasilien (Bolsonaro) und Putin. Das sind Gangster, die machen was sie wollten, die weder Moral noch irgendwelche Skrupel haben."

Man müsse sich gegen diese Gangster zur Wehr setzen.

Ein anspruchsvoller Jury-Präsident mit hohen Erwartungen. Spike Lee selbst war zuletzt 2018 mit "BlacKkKlansman" in Cannes und erhielt den Großen Preis der Jury.