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Kino am Puls der Zeit: Cannes ehrt Dokufilmer Frederick Wiseman (91)

Von Frédéric Ponsard  & Anja Bencze
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Monrovia, Indiana" von Frederick Wiseman (Pressefoto)
Monrovia, Indiana" von Frederick Wiseman (Pressefoto)   -   Copyright  Météore Films
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Es ist ein Comeback mit allem, was der Kinowelt wichtig ist: Nicht nur Stars und Weltpremieren feiert das diesjährige Filmfestival von Cannes, sondern auch die Vielfalt des internationalen Autorenkinos.

Ein Garant dafür ist die unabhängige Nebenreihe "Quinzaine des Réalisateurs". Regiegrößen wie Ken Loach, Agnès Varda oder Jim Jarmush feierten hier ihr Debüt.

Mit dem etablierten "narrativen Code" brechen

Was sie so besonders macht, erläutert der Generaldirektor der Sektion, Paolo Moretti. "Es ist eine Filmauswahl, die von Anfang versuchte, besondere Sichtweisen, Visionen, die mit dem etablierten narrativen Code brechen, hervorzuheben.

Bei der Quinzaine des Réalisateurs versuchen wir, diesem Konzept, dieser ursprünglichen Mission, treu zu bleiben und jedes Jahr der Auswahl eine neue, komplementäre Relevanz zum Rest des Festivals von Cannes zu geben."

Verloren in "Monrovia, Indiana"

Jedes Jahr wird in der Nebenreihe ein herausragender Regisseur mit dem Ehrenpeis Carosse d'Or für sein Werk ausgezeichnet. Diesmal ist es der 91-jährige US-amerikanische Dokumentarfilmer Frederick Wiseman.

Sein jüngster Streifen "Monrovia, Indiana" dokumentiert das verlorene Leben in einer ländlichen Gemeinde im amerikanischen Mittleren Westen. Fast an der Grenze zwischen Doku und Spielfilm.

Der Preis in Cannes sei eine Anerkennung, über die er sich freue, meint der Kultregisseur.

"Ich arbeite isoliert und habe nicht viel Kontakt mit Vertretern der Filmwelt. Es ist also sehr schön für mich, dass meine Arbeit von Leuten anerkannt wird, die verstehen, was ich tue.

Es ist eine große Ehre, eine Anerkennung für das, was ich in den letzten 50 Jahren gemacht habe, ich fühle mich sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten."

Juliette Binoche recherchiert als Putzfrau

Die Auszeichnung wurde dem 91-Jährigen bei der offiziellen Eröffnung der Quinzaine des Réalisateurs verliehen, unter großem Applaus und mit stehenden Ovationen.

Warme Begrüßungsworte gab es während der Gala per Bildschirm von Schauspielstar Juliette Binoche, die im Eröffnungsfilm der Reihe, "Ouistreham" von Emmanuel Carrère, die Hauptrolle spielt.

Der Streifen spielt in einer Kleinstadt in der Normandie und handelt von einer Autorin, die sich für eine Recherche über das soziale Umfeld, als Putzfrau ausgibt. Der Film basiert auf dem Sachbuch der französischen Journalistin Florence Aubenas.

24 Beiträge sind in der "Quinzaine des réalisateurs" vertreten.