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Russland: Mit dem Zug "Roter Pfeil" durch die Geschichte

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Von su mit AP
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Russland: Mit dem Zug "Roter Pfeil" durch die Geschichte
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Als Zar Nikolaus I die Pläne sah, St. Petersburg und Moskau per Bahn zu verbinden, nickte er begeistert – 1841 war das. Die ersten Züge brauchten knapp 22 Stunden (21.45) Heute kann man die 652 Kilometer in knapp 4 (3.45) Stunden zurücklegen. Und dazwischen – vor genau 90 Jahren – kam der „Rote Pfeil“ auf’s Gleis (am 9. Juni 1931), der erste Schnellzug auf der sogenannten Oktober-Eisenbahnstrecke (benannt nach der Oktoberrevolution), Fahrzeit zehn Stunden.

Pavel Dunayev, Forscher im Russischen Eisenbahn-Museum, St. Petersburg:

“Dies ist der erste und älteste Zug der Gehobenen Klasse. Um seine Entstehungsgeschichte ranken sich viele Legenden. Kein Wunder, dass der Rote Pfeil seit vielen Jahren der Zug Nummer eins in Russland und in der Sowjetunion war und ist.”

12 WAGGONS, BLAU LACKIERT

In Betrieb ging der “Rote Pfeil” mit 12 Waggons aus Holz, blau lackiert. Rot ist der „Rote Pfeil“ erst seit knapp 60 Jahren (1962). Seit 90 Jahren hat sich der Fahrplan des «Rotes Pfeils» keine Minute verändert: Jeden Tag um 23:55 Uhr fährt der Zug von Moskau und in der Gegenrichtung von Sankt Petersburg ab, Fahrzeit - technisch längst überholte - 8 Stunden - damit sich die Passagiere in der Nacht gut erholen können.

Kirill Zhigunov aus St Petersburg:

"Man kann viele interaktive Momente im Museum erleben. Es ist sehr cool. Ich würde mir wünschen, dass alle Museen einen solchen Ansatz haben, es belebt auf erstaunliche Weise alles drum herum. Wir sind aus dem Häuschen."

ZUG DER GESCHICHTE

Vor gut 100 Jahren (12/03/1918) war der “Rote Pfeil“ politisch am Zug: Moskau löste St. Petersburg (damals Petrograd) ab als Hauptstadt. Und ein gewisser Wladimir Iljitsch Lenin setzte die Regierung in den Zug, der jetzt im Museum steht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Verkehr auf der Oktober-Eisenbahn während der zweieinhalbjährigen Belagerung Leningrads (St. Petersburg) durch die deutsche Wehrmacht unterbrochen. Die Bahnstrecke selbst und zahlreiche Brücken und Bahnhöfe wurden bei Kämpfen und Luftangriffen stark beschädigt. 1944 konnte der Zugverkehr zwischen Moskau und Leningrad wieder aufgenommen werden. Der Wiederaufbau dauerte bis 1950.

su mit AP