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Covid-19-Impfstoffe gerechter verteilen: Spenden und/oder Boosten?

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Von Euronews mit AP, AFP, dpa
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Impfstoff-Dosen von Moderna gegen Covid-19
Impfstoff-Dosen von Moderna gegen Covid-19   -   Copyright  Binsar Bakkara/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Die WHO hat gefordert, die Auffrisch-Impfungen mit einer 3. Dosis vorläufig zu stoppen, bis mindestens 10 Prozent der Menschen weltweit geimpft sind. In vielen ärmeren Ländern ist weiterhin kaum jemand gegen Covid-19 geimpft. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation verlangte einen Aufschub bis Ende September und erklärte: "Wir können und sollten nicht akzeptieren, dass Länder, die bereits den größten Teil der weltweiten Impfstoffvorräte verbraucht haben, noch mehr davon verbrauchen, während die am meisten gefährdeten Menschen der Welt ungeschützt bleiben."

Laut WHO gibt es in ärmeren Staaten nur 1,5 Impfstoff-Dosen pro 100 Menschen.

In Deutschland sind die sogenannten Booster-Impfungen ab Anfang September für Risiko-Patientinnen und Patienten geplant. In Israel werden über 60-Jährige bereits zum dritten Mal geimpft. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass besonders im Kampf gegen die Virus-Varianten eine Auffrischung nach sechs Monaten notwendig sein könnte.

USA: Spenden und Boosten

Die US-Regierung will an den Auffrisch-Impfungen festhalten. Wie Jen Psaki, die Sprecherin von Präsident Joe Biden, sagte, könnten gleichzeitig mit der Kampagne in den USA Impfstoffe gespendet werden. "Wir haben gerade einen wichtigen Meilenstein erreicht: Wir haben weltweit über 110 Millionen Impfstoffe gespendet, das ist mehr als alle anderen Länder zusammen. Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, sich ebenfalls zu engagieren. Es muss noch mehr geschehen als auf dem G7-Gipfel beschlossen, aber wir glauben, dass wir beides erreichen können.", erklärte Psaki auf einer Pressekonferenz in Washington.

Deutschland spendet AstraZeneca

Die deutsche Regierung spendet 1,3 Millionen Dosen des Vakzins von AstraZeneca an das internationale Programm Covax, durch das ärmere Staaten Impfstoffe bekommen.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn meinte dazu: "Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen. Denn diese Pandemie ist erst wirklich vorbei, wenn das Virus weltweit unter Kontrolle ist."

Die Regierung in Berlin hatte Anfang Juli beschlossen, bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfdosen an andere Staaten abzugeben. Davon sollen 80 Prozent Covax zur Verfügung gestellt werden und 20 Prozent direkt an andere Länder gehen.

Die meisten gespendeten Dosen sind vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca, weil dieses Vakzin nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission in Deutschland nur noch als Erstimpfung und prakitsch kaum noch verimpft wird.