Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Covid-19: Hilferufe aus Krankenhäusern in Frankreichs Ferienregionen

Access to the comments Kommentare
Von Kirsten Ripper mit AFP, FranceInfo
Intensivstation in Frankreich - Symbolbild
Intensivstation in Frankreich - Symbolbild   -   Copyright  Lewis Joly/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Aus mehreren französischen Ferienregionen melden sich Gesundheitsbehörden und Beschäftigte von Krankenhäusern, um auf die angespannte Situation wegen der steigenden Zahl von Covid-19-Patientinnen und -Patienten aufmerksam zu machen. Die Medizinerinnen und Mediziner weisen immer wieder darauf hin, dass fast alle schwer Erkrankten nicht geimpft waren.

Die 7-Tage-Inzidenz im Département Haute Corse auf Korsika liegt bei fast 800. Das ist etwa vier Mal so hoch wie im Rest Frankreichs. Dort sind weniger Menschen gegen Covid-19 geimpft als anderswo im Land. In vielen Ferienregionen in Südfrankreich und an der Atlantikküste liegt die Zahl der Neuinfektionen derzeit deutlich höher als in Paris. Expèrtinnen und Experten machen auch die Feriengäste für den Anstieg der Ansteckungen verantwortlich. Viele junge Leute, die noch nicht geimpft sind, wollen einfach den Urlaub genießen.

Angespannte Lage auf Korsika

Auf Korsika sind die Krankenhäuser überlastet, weil neben den Covid-19-Patientinnen und -Patienten auch andere Fälle wie Knochenbrüche durch Unfälle von Urlauberinnen und Urlaubern behandelt werden müssen. Viele Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger müssen durch Überstunden auch die Kolleginnen und Kollegen ersetzen, die selbst in Quarantäne sind. In vielen Kliniken ist auf Korsika die Lage im Sommer ohnehin kompliziert - die Pandemie macht alles noch schlimmer.

14 Covid-19-Patientinnen und -Patienten befinden sich derzeit in Korsika auf Intensivstationen.

Zur Eindämmung der Pandemie gilt wieder Maskenpflicht im Freien in Bastia, Saint-Florent, Calvi, Ile Rousse, Calenzana und Corte. Bars und Restaurants müssen um Mitternacht dicht machen. Am Strand dürfen sich nach 21 Uhr höchstens zehn Personen versammeln.

Dramatische Situation auf Guadeloupe und Martinique

Auf Guadeloupe bitten Krankenhäuser Pflegerinnen und Pfleger, die auf der Insel Urlaub machen, sich zu melden. Man werde sich dann mit den Kliniken, in denen sie normalerweise arbeiten, in Verbindung setzen, erklärte eine Verantwortliche auf FranceInfo. Ab Dienstag Abend gilt eine weitere Ausgangssperre - zunächst für drei Wochen.

Schon zuvor hatte es einen Aufruf an Beschäftigte im Gesundheitswesen, die seit weniger als fünf Jahren in Rente sind, gegeben. Es wurde eine Hotline eingerichtet, bei der sich Freiwillige melden können. In einer Mitteilungheißt es: "Angesichts der raschen Verschlechterung der Pandemielage auf Martinique rufen die ARS und das Universitätskrankenhaus alle Angehörigen der Gesundheitsberufe auf, einschließlich des Personals, das seit weniger als fünf Jahren im Ruhestand ist und sich von der Arbeit befreien kann, um die Teams der Uniklinik zu verstärken."

In den Überseegebieten Guadeloupe und Martinique sind viel weniger Menschen gegen Covid-19 geimpft als in anderen französischen Regionen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner sahen die Impfungen skeptisch, in den sozialen Medien gab es viele Vergleiche mit vorherigen Gesundheitsskandalen sowie zahlreiche Fake News zu den Vakzinen.

Auf Martinique verstärken medizinische Einheiten der Armee die Krankenhäuser in Fort-de-France.

Die Hoffnung der Gesundheitsbehörden in Frankreich beruht darauf, dass sich der Anstieg der Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche verlangsamt hat. Zwar gibt es immer noch mehr Ansteckungen vor allem durch die Verbreitung der Delta-Variante. Aber die Kurve zeigt weniger steil nach oben.