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Freiwillige Helfer gegen das Feuer: "Haben getan, was wir tun mussten"

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Von Euronews mit DPA /AP
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Freiwillige Helfer nahe Marmaris
Freiwillige Helfer nahe Marmaris   -   Copyright  Emre Tazegul/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Der Himmel über der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei ist gelb vor Rauch, doch die Gefahr durch das ausufernde Feuer offenbar fürs erste gebannt.

In der Nacht auf Donnerstag drohten die seit Tagen wütenden Brände auf ein Kohlekraftwerk nahe der Stadt Milas überzugreifen. Dutzende Feuerwehrautos und Tankwagen waren im Einsatz, um die Anlage zu kühlen.

Zahlreiche Viertel in der Region, auch der Badeort Oren, mussten evakuiert werden. Dabei wurden Menschen auch mithilfe der Marine über das Meer in Sicherheit gebracht.

Rund 190 Brände, 15 davon noch immer nicht unter Kontrolle

Nach einem rund elfstündigen Einsatz ist der Waldbrand dort nun unter Kontrolle gebracht. Doch landesweit bleibt die Lage nach wie vor dramatisch. Rund 190 Brände sind laut offiziellen Angaben seit Mitte letzter Woche ausgebrochen, 15 davon noch immer nicht unter Kontrolle.

Angesichts der Notlage strömen Scharen von Freiwilligen in die betroffenen Gebiete, unter anderem in den Küstenort Marmaris, um zu helfen.

Mehmet Kara ist eigentlich Reiseveranstalter. "Es gab Menschen mit Verbrennungen und Rauchvergiftungen. Als wir all das sahen und wie die Brände wüteten, haben wir getan, was wir tun mussten. Inzwischen sind Rettungsteams eingetroffen. Wie Sie sehen, wir arbeiten mit aller Kraft."

Emre Tazegul/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Freiwillige Helfer nahe MarmarisEmre Tazegul/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Freiwillige Helfer nahe MarmarisEmre Tazegul/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Ermittlungen wegen #HelpTurkey

Derweil hat die türkische Generalstaatsanwaltschaft wegen einer Kampagne in den sozialen Medien Ermittlungen eingeleitet. Unter anderem werde wegen "Erzeugung von Sorge, Angst und Panik" in der Bevölkerung und Anstiftung des Volkes zu Hass und Feindschaft ermittelt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Untersuchungen gebe es auch wegen des Vorwurfs der Beamtenbeleidigung, Beleidigung des Präsidenten und Herabwürdigung des türkischen Staates.

Angesichts der verheerenden Brände hatten Nutzer unter dem Hashtag #HelpTurkey um internationale Hilfe gebeten.

Seit Beginn wird immer wieder Kritik an der Ausstattung der Einsatzkräfte laut. Präsident Erdogan wies diese Vorwürfe am Mittwochabend in einem Interview erneut zurück und warf der Opposition vor,"Lügen-Terror" zu verbreiten.

Erdogan sagte, inzwischen seien 20 Löschflugzeuge und 51 Helikopter im Einsatz. Unterstützung kommt nach offiziellen Angaben aus Kroatien, Spanien, der Ukraine, Russland, dem Iran und Aserbaidschan.