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Höhlen in Slowenien: Grottenolm braucht 12 Jahre keine Nahrung

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Von Euronews mit afp
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Höhlen in Slowenien: Grottenolm braucht 12 Jahre keine Nahrung
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Unter den Wäldern Mitteleuropas befindet sich in Slowenien eine der faszinierendsten, unterirdischen Landschaften des Kontinents. Ein Paradies für Profi- wie Freizeit-Speläologen - diejenigen, die Höhlen erforschen.

Der Höhlenforscher Ludvik Husu war in diesem Sommer auf eine neue, 60 Meter tiefe Kalksteinhöhle gestoßen. Eine Entdeckung, die in Slowenien für Schlagzeilen sorgte - in einem Land, das stolz auf seine 14.000 unterirdischen Grotten ist.

Das kleine Alpenland ist ungewöhnlich reich an Höhlen, die eine wichtige Touristenattraktion sind. Eine beherbergt sogar ein ganzes Schloss, und eine andere wurde von der Europäischen Weltraumorganisation für die Ausbildung von Astronauten genutzt.

Sloweniens unterirdische Labyrinthe locken Touristen und Astronauten

Die Schluchten, Seen und Flüsse werden von Lebewesen bewohnt, die nie das Tageslicht gesehen haben.

"1831 entdeckte Luka Ces zum ersten Mal das erste Höhlentier der Welt, Leptodirus hochenwartii, später als Proteus anguinus bekannt", erklärt Stanislav Glazar, Höhlenführer im Postojna Cave Park, eines der Lebenwesen, die in den Höhlen zuhause sind. Mehr 150 Arten sollen entdeckt worden seien.

Das Höhlensystem von Postojna ist vielleicht das am bekanntesten. Es ist das längste in Europa, es erstreckt sich über eine Länge von 24 Kilometern und hat den Biologen wertvolle Funde beschert.

"Der Grottenolm kann bis zu 100 Jahre alt werden kann, erreicht eine Länge von 25 bis 35 cm und kann 12 Jahre lang ohne Nahrung auskommt. Es gibt viel über ihn zu sagen", so Höhlenführer Stanislav Glazar.

Die mehr als 14.000 Höhlen sind über ganz Slowenien verteilt, die größten und schönsten lassen sich in der westlichen Region Karst mit seinen großen Kalksteinvorkommen finden.

Die mittelalterliche Burg Predjama wurde in einen Höhleneingang gebaut, um den Zugang zu erschweren und einen Fluchtweg durch einen Schacht in der Felswand zu schaffen.

Die Vilenica-Höhle, die seit 1633 von Slowenen erforscht wird, ist für den gleichnamigen Literaturpreis bekannt, der jedes Jahr in ihrem Inneren verliehen wird.

die Europäische Weltraumorganisation ESA hat einige Astronauten in dem UNESCO-gelisteten Skocjan-System auf ihre Missionen im All vorbereitet.

"Astronauten wissen, dass die Karstwelt etwas Besonderes ist, ähnlich wie die Umgebung im Weltraum. Man weiß nicht, was einen beim nächsten Schritt erwartet", erklärt der Leiter der Skocjan-Höhlen, Tomaz Zorman.