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Taliban setzen sich für Frauen ein - im Rahmen der Scharia

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Von Euronews mit dpa
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Taliban setzen sich für Frauen ein - im Rahmen der Scharia
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Die militant-islamistischen Taliban wollen auch weitere politische Kräfte an der Macht in Afghanistan beteiligen. Das sagte der langjährige Sprecher der Islamisten, Sabiullah Mudschahid, bei seiner ersten öffentlichen Pressekonferenz in Kabul.

Niemand müsse in Afghanistan Angst haben, auch die Frauen nicht. Die Taliban, so sagte er, setzten sich für die Rechte der Frauen ein - im Rahmen der Scharia. Frauen könnten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und anderen Bereichen tätig sein. Auch Medien sollten sich keine Sorgen machen. Sie müssten unparteiisch bleiben und Inhalte sollten nicht islamischen Werten entgegenstehen. Auf eine Frage nach dem Tod vieler unschuldiger Zivilisten sagte er, das sei ohne Absicht passiert.

Außerdem sagte Mudschahid: "Jedes Land hat das Recht auf seine Freiheit. Das afghanische Volk hat sich nach 20 Jahren Dschihad nun seine Freiheit zurückgeholt. Uns ist es gelungen, das Land von Besatzung und Besatzern zu säubern."

Nach ihrem rasanten Eroberungszug hatten die Taliban am Sonntag faktisch die Macht im Land übernommen. Viele Afghanen befürchten eine Rückkehr der Schreckensherrschaft der 1990er-Jahre, während der etwa Frauen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen waren und die

Vorstellungen der Islamisten mit barbarischen Strafen durchgesetzt wurden.Viele, die für die Regierung, Streitkräfte oder Ausländer tätig waren, haben auch Angst vor möglichen Racheaktionen der Islamisten. Taliban-Sprecher Mudschahid schlug bei der Pressekonferenz weitere versöhnliche Töne an und versuchte derartige Bedenken offenbar zu zerstreuen.

Die Taliban hätten mit niemandem Feindseligkeiten. Er versichere seinen Landsleuten, auch jenen, die in Opposition zu den Islamisten gestanden hätten, dass eine allgemeine Amnestie gelte. Diese umfasse auch ehemalige Übersetzer von ausländischen Streitkräften. Man habe auch alle Soldaten begnadigt, die in den vergangenen Jahren mit ihnen gekämpft hätten. Mudschahid versicherte zudem, dass die Sicherheit von Botschaften und der Stadt Kabul gewährleistet sei. Niemandem würde in Afghanistan etwas passieren.