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EU will Migrationskatastrophe verhindern

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Von Anelise Borges
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EU will Migrationskatastrophe verhindern
Copyright  Johanna Geron/AP
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Nach einem Dringlichkeitstreffen der europäischen Außenminister am Dienstag hat der Spitzendiplomat der EU, Josep Borrell, die Strategie in Bezug auf die Situation in Afghanistan dargelegt und betont, dass die Öffnung eines Kommunikationskanals mit den Taliban der einzige Weg nach vorne sei.

Borell erklärte: "Die Taliban haben den Krieg gewonnen. Wir müssen also mit ihnen sprechen, um so schnell wie möglich in einen Dialog zu treten, um eine Migrationskatastrophe, aber auch eine humanitäre Krise zu verhindern."

Der Hohe Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik sagte jedoch auch, dass die Zusammenarbeit mit einer künftigen afghanischen Regierung von einer friedlichen und integrativen Beilegung der aktuellen Krise abhängig gemacht werde, sowie von der Achtung der Grundrechte aller Afghanen, insbesondere von Frauen und Mädchen.

Eine in Brüssel ansässige afghanische Journalistin brachte ihre Bestürzung über die geringe Aufmerksamkeit, die ihrem Land in den letzten Jahren zuteil wurde, zum Ausdruck. Lailuma Sadid richtete ein emotionales Plädoyer an die EU: "Ich flehe Sie an: Bitte erkennen Sie die Taliban nicht ohne Bedingung an. Wir wollen nicht zurück und wir wollen vorwärts gehen."

Die Übernahme Afghanistans durch die Taliban ist laut Josep Borrell das wichtigste geopolitische Ereignis seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. Und eines, das große regionale und internationale Auswirkungen haben wird.

Für den Spitzendiplomaten der EU sind die jüngsten Ereignisse auch ein weiteres Beispiel dafür, wie Europa strategische Autonomie entwickeln muss, um schneller auf Themen reagieren zu können, die die EU direkt betreffen.

Josep Borell sprach darüber, eine Delegation zu entsenden, um mit den Taliban zu verhandeln, um etwa 400 afghanische EU-Mitarbeiter aus dem Land zu holen.

Ob sich die militante Gruppe verändert habe und als glaubwürdiger Partner für die Zukunft wahrgenommen werden könne... - auf diese Frage sagte Josep Borrell, es sei zu früh, um das zu sagen. "Im Moment sehen sie gleich aus", sagte er, "aber sie sprechen besser Englisch."