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"So dumm können die Taliban gar nicht sein"

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Von Alberto De Filippis  & Euronews
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"So dumm können die Taliban gar nicht sein"
Copyright  Andrew Medichini/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Afghanistan nach der Machtübernahme durch die Taliban: Erinnerungen an die Zeit vor dem Einmarsch der US-Truppen werden wach. Das Land galt damals als sicherer Rückzugsort für Terroristen; Osama bin Laden war einer davon. Aber was ist jetzt? Wird das Land abermals eine Brutstätte des internationalen Terrorismus? Der Geopolitikanalyst Andrea Cucco gibt vorsichtige Entwarnung:

"So dumm können die Taliban gar nicht sein, als dass sie offiziell oder inoffiziell internationalen Terrorismus dulden oder zu seiner Verbreitung beitragen. Die Taliban, Al Kaida und der IS sind grundverschieden und werden von ganz unterschiedlichen Staaten unterstützt, von denen man das manchmal gar nicht erwartet hätte.

Derweil zeichnet sich ein Verteilungskampf um die Bodenschätze Afghanistans ab. Nach Jahren der Besatzung durch diverse Großmächte könnte nun die Stunde Chinas schlagen.

"Die Taliban orientieren sich schon jetzt an China", so der Experte Cucco. "Vor ein paar Wochen waren Führungskader der Taliban in Peking. Das zeigt, das China der wichtigste Akteur in diesem Teil der Welt ist. Wir werden sehen, ob die Chinesen den gleichen Fehler machen wie die Briten, die Russen und die Amerikaner; ob sie Soldaten nach Afghanistan schicken und am Ende die Konsequenzen tragen müssen, wie die anderen Länder auch."

Noch unklar ist, welche Rolle bei alldem die neuen Machthaber in Afghanistan spielen. Ihre Ankündigungen und Zusagen, sei es beim Thema Menschenrechte oder internationale Beziehungen betreffend, machen Beobachter skeptisch. Schon jetzt zeigen die ersten Berichte über Gewalt und Einschränkung von Frauenrechten in Afghanistan, dass manche Taliban einen auch nur ein bisschen progressiven Weg nicht mitgehen wollen und in alten Verhaltensmustern verharren.

Weitere Informationen

Andrea Cuccos Online-Medium Difesa, das internationale Politik aus italienischer Perspektive analysiert