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RKI und Spahn warnen vor "fulminantem Verlauf" der 4. Corona-Welle

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Von Euronews mit dpa
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Lothar Wieler und Jens Spahn bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin
Lothar Wieler und Jens Spahn bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin   -   Copyright  Annegret Hilse/AP
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Die deutsche Bundesregierung und das Robert Koch-Institut haben eindringlich vor einem heftigen Verlauf der vierten Welle von Coronainfektionen gewarnt.

Ein Indiz dafür sei, dass gegenwärtig vor allem ungeimpfte Menschen auf Intensivstationen behandelt würden. Jetzt gehe es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sagte der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin:

"Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Wenn wir die aktuellen Impfquoten nicht drastisch steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle im Herbst eine fulminanten Verlauf nehmen. Schon jetzt steigt die Zahl der Covid-19-Patienten die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Intensivbettenbelegung mit Covid-19-Patienten hat sich in den letzten beiden Wochen fast verdoppelt. Es sind aktuell wieder mehr als 1300 Mitmenschen, die dort behandelt werden und wie vorhergesagt sind nun auch die Jüngeren stärker mit Covid-19 betroffen."_

Weil es für unter Zwölfjährige noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt, seien zum Schutz der Kinder Erwachsene und deren Impfbereitschaft besonders gefordert. Impfen sei eine freie und persönliche Entscheidung, aber sie betreffe eben auch andere, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn:

"Was wir gerade sehen ist eine Pandemie der Ungeimpften. Wenn Sie schauen auf die Inzidenzen, die sind 10, 12, 14 Mal so hoch bei den Ungeimpften wie bei den Geimpften. Wir sehen auf den Intensivstationen, dass über 90, 95 Prozent der Covid-19-Patienten dort nicht geimpft sind. Und die Zahl der Ungeimpften ist einfach noch zu groß. als das wir mit einer sehr ansteckenden Delta-Variante, mit dem Stand, den wir heute haben, es haben sich schon sehr viele impfen lassen und dafür bin ich sehr sehr dankbar, aber mit dem Stand, den wir heute haben, können wir, ohne eben dass wir aufeinander aufpassen, auch mit gewissen Regeln, nicht sicherstellen, dass das Gesundheitswesen nicht wieder in eine sehr sehr starke Be- oder Überlastung kommt."

Obwohl die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland erstmals seit zwei Monaten wieder an zwei Tagen hintereinander gefallen ist, sieht das RKI keine Anzeichen für Entspannung. Es könne solche Tage geben, aber es zähle die Betrachtung über Wochen. Und da sehe man bislang keine abfallende Tendenz.