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Musik gegen Wutausbrüche: Donald Trumps Ex-Sprecherin packt aus

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Von Euronews  mit dpa
Ex-Präsident Donald Trump während seiner "Save America"-Kundgebung in Perry, Georgia, 25.09.2021
Ex-Präsident Donald Trump während seiner "Save America"-Kundgebung in Perry, Georgia, 25.09.2021   -   Copyright  Ben Gray/AP

Die frühere Sprecherin des Ex-Präsidenten Donald Trump, Stephanie Grisham, packt aus. In ihrem Enthüllungsbuch, das am 5. Oktober erscheinen wird, berichtet sie von Trumps "furchteinflößenden" Wutanfällen. Diese habe der unter Kolleg:innen als "Music Man" bezeichnete Mitarbeiter mit Hilfe von beruhigender Musik zu besänftigen versucht. Dabei griff er unter anderem auf das Stück "Memory" aus dem Musical "Cats" zurück. Das berichtet die New York Times, die vorab Auszüge aus dem 352 Seiten lange Buch veröffentlicht hatte.

Trumps Ego sorgt für Probleme

Auch Pat Cipollone, damaliger Rechtsberater im Weißen Haus, habe unter Trumps Ausbrüchen zu leiden gehabt. Dieser hatte Grisham zufolge häufiger die Ideen des Präsidenten als "unethisch oder illegal" zurückgewiesen und ihn damit in Rage gebracht.

Trumps Ego habe immer wieder Probleme hervorgerufen. So habe er sich bei einer Krankenhausprozedur 2019, bei der es sich nach Grishams Beschreibungen möglicherweise um eine Darmspiegelung gehandelt habe, keine Narkose geben lassen, da er sonst seine Amtsbefugnisse vorübergehend an seinen Stellvertreter Mike Pence hätte abtreten müssen. Das sei dem Ex-Präsidenten wie das Eingeständnis von Schwäche vorgekommen.

Bei einem Treffen zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Trump während des G20-Gipfels im japanischen Osaka soll der frühere Präsident Putin zu verstehen gegeben haben, dass er vor den Kameras der Journalisten etwas "tougher" agieren werde. Er wolle aber, sobald alle weg seien, ernsthaft mit Putin reden.

Grisham schreibt zudem, dass Trump sich selbst die Haare schneide. Dabei benutze er eine riesige Schere, "mit der man wahrscheinlich ein Band bei der Eröffnung eines seiner Häuser durchschneiden könnte", wie US-Medien aus dem Buch zitieren.

Trump: "Verärgerte frühere Mitarbeiterin"

Trump reagierte erbost auf die Zitate aus dem Buch und wies die Ausführungen als "Unwahrheiten" zurück. Grisham sei eine "verärgerte frühere Mitarbeiterin". Grisham fiel auch dadurch auf, dass sie keine einzige Pressekonferenz für den US-Präsidenten leitete. Als Begründung schreibt sie jetzt in ihrem Buch: "Ich wusste, dass der Präsident früher oder später von mir verlangen würde, dass ich der Öffentlichkeit etwas sage, das nicht wahr ist oder das mich wie eine Verrückte klingen lassen würde."

Zwei Jahre lang hatte Grisham als Pressesprecherin von Melania Trump gearbeitet, bevor sie rund neun Monate lang die Posten der Pressesprecherin und der Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses übernahm. Später wurde sie erneut Sprecherin und zeitweise Stabschefin von Melania Trump. Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Trump-Anhänger Anfang Januar trat sie zurück.

Weitere Quellen • New York Times, Washington Post, CNN