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Wie soll Donald Trumps eigenes Soziales Netzwerk "TRUTH Social" aussehen?

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Von Alexandra Leistner  & Euronews
Donald Trump hat zu Ende seiner Amtszeit versprochen, ein eigenes Social-Media-Unternehmen zu gründen. Dieses Versprechen löst er nun ein.
Donald Trump hat zu Ende seiner Amtszeit versprochen, ein eigenes Social-Media-Unternehmen zu gründen. Dieses Versprechen löst er nun ein.   -   Copyright  Alex Brandon/AP

Nicht nur Journalistinnen und Journalisten hatten sich längst daran gewöhnt: Neuigkeiten aus dem White House unter Präsident Donald Trump gab es gewöhnlich per Twitter und direkt aus den Fingerspitzen des Präsidenten.

Zwei Wochen vor Ende seiner Amtszeit wurde Trump dann aber von Twitter blockiert, weil er seinen Anhängern beim Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar seine Sympathie bekundete und sie anfeuerte, indem er behauptete, man habe ihm den Sieg bei der Präsidentschaftswahl gestohlen. Belege blieb er schuldig.

Auch Facebook und YouTube blockierten daraufhin seine Konten.

Facebook Donald Trump Profile
Die Facebook-Seite von Donald Trump wurde seit dem 6 Januar nicht mehr upgedatet - der Tag, an dem das Kapitol erstürmt wurde.Facebook Donald Trump Profile

Jetzt hat der Unternehmer den Start seines eigenen sozialen Netzwerks angekündigt. TRUTH Social soll die Plattform heißen. Trump erklärte dazu am Mittwoch: "Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine riesige Präsenz auf Twitter haben, während der amerikanische Lieblingspräsident zum Schweigen gebracht wurde. Das ist inakzeptabel."

In einer Erklärung hieß es zudem, man wolle "der Tyrannei der Tech-Giganten entgegentreten", die "ihre einseitige Macht genutzt haben, oppositionelle Stimmen in Amerika zum Schweigen zu bringen".

Die Plattform wird im Besitz der neu gegründeten Trump Media & Technology Group (TMTG) sein, einer Struktur, die auch einen Video-on-Demand-Dienst und "not-woke" Podcasts anbieten wird, so die Erklärung. (Anm. d. Red. woke ist ein Begriff, der mit progressiver linker Politik und Identitätspolitik, sowie einem Bewusstsein für fehlende soziale Gerechtigkeit und Rassismus in Zusammenhang gebracht wird).

Auch ohne Twitter ist der republikanische Milliardär seit seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus schnell wieder auf den Wahlkampfpfad zurückgekehrt.

Von Meetings bis hin zu Pressemitteilungen unterstützt er die Kandidaten, die ihm treu sind, im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November 2022. Und auch ein Auge immer auf das Jahr 2024 gerichtet.

2022 soll es so weit sein

Als Anhänger von Trump am 6. Januar gewaltsam das Kapitol stürmten, kamen fünf Menschen während oder kurz danach ums Leben, darunter ein Polizeibeamter.

Twitter sperrte daraufhin Donald Trump "auf unbestimmte Zeit wegen des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt" und schnitt ihn von seinen fast 89 Millionen Anhängern ab.

Wütend darüber, versprach Trump damals, ein eigenes Social Media-Unternehmen zu gründen.

Im Mai startete er kurzzeitig einen Blog, bei dem es sich eigentlich um eine Registerkarte auf seiner Website handelte, in der seine Pressemitteilungen gesammelt wurden. Nach einigem Spott von Beobachtern, die überzeugt waren, dass es sich um das versprochene soziale Netzwerk handelte, wurde der Reiter auf dem Blog wieder abgeschafft.

TRUTH Social wird ab November 2021 als einladungsgebundene Betaversion verfügbar sein, bevor es im ersten Quartal 2022 allgemein eingeführt wird, heißt es in der Erklärung.

"Ich freue mich darauf, meine Ideen bald auf TRUTH Social zu teilen", sagte Trump, der vor seinem Verbot auch 35 Millionen Follower auf Facebook und 24 Millionen auf Instagram hatte.