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Ab sofort kostenpflichtige Corona-Tests: Das müssen Sie wissen

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Von Euronews mit dpa, RND, Süddeutsche Zeitung
Hinweisschild für ein Coronatestzentrum mit kostenlosen Bürgertests
Hinweisschild für ein Coronatestzentrum mit kostenlosen Bürgertests   -   Copyright  INA FASSBENDER/AFP or licensors
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Ab dem 11. Oktober wird es für viele Ungeimpfte teurer und komplizier: Die kostenlosen Bürgertests sind Geschichte, Coronavirus-Test müssen jetzt selbst bezahlt werden. Was hat das für Konsequenzen? Ein Überblick.

Wo die 3G-Regel gilt, ist neben einem nachgewiesenen Immunschutz durch Impfung oder Genesung auch ein negativer Corona-Test möglich, um Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens zu bekommen, zu Veranstaltungen oder Restaurants. Je nachdem, wie oft man Essen oder in ein Konzert gehen will, kann das also teuer werden.

Kritiker sagen, es gehe darum, das Testen für Ungeimpfte so beschwerlich wie möglich zu machen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen. In den sozialen Netzwerken lag der Hashtag "Erpressung" in den vergangenen Tagen im Trend.

Der Großteil der Bevölkerung hatte die Gelegenheit, ein Impfangebot zu nutzen, die Milliardenausgaben für Tests könnten dem Steuerzahler nicht mehr zugemutet werden, hatte Bundsgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Maßnahme in der vergangenen Woche noch einmal gerechtfertigt

65,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig geimpft. Doch was machen Menschen, die auf Tests angewiesen sind?

Wo kann man sich jetzt noch testen lassen?

Beim Friseur oder beim Kiosk um die Ecke - auf dem Höhepunkt der Pandemie wurden überall Corona-Schnelltests angeboten.

Nachdem die Vergütung pro Test im Juli gesenkt wurde, hatten bereits Teststellen geschlossen, jetzt werden wohl noch mehr sein. Für die Betreiber der Testzentren lohnt es sich nach dem Wegfall der Kostenübernahme nicht mehr. Die Drogeriemarktkette dm hat ihre rund 200 Teststellen zum Beispiel Ende September geschlossen.

Aber auch wenn das Netz an verfügbaren Testangeboten ausgedünnt sein wird, besonders einige Ärtze und Apotheken werden weiterhin Testmöglichkeiten anbieten. Die Behörden gehen jedenfalls nicht davon aus, dass das Angebot gefährdet ist.

Genaue Zahlen über die Anzahl der Teststellen gibt es nicht, auf auf Website der Corona-Warn-App wird eine Schnellteststellensuche angeboten. Hier sind noch zahlreiche "Bürgertestzentren" angezeigt. In manchen Regionen wird man künftig eventuell länger suchen müssen.

Was kostet der Corona-Test?

Die Kosten für Corona-Tests bei privaten Anbietern bleiben laut Gesundheitsministerium dem freien Markt überlassen, heißt es beim Bayerischen Rundfunk. Das gilt bundesweit. Deshalb wird sich erst in Zukunft zeigen wo die Kosten pro Test liegen, wenn sich die Preise dafür einpendeln. Experten gehen von neun bis 18 Euro aus.

Bisher hatte der Staat die Anbieter noch mit 11,50 Euro für Antigenschnelltests und rund 51 Euro für PCR-Tests vergütet. Mancher Anbieter will an den 11,50 Euro pro Test festhalten. Mit diesen Preisen sei mindestens zu rechnen, heißt es auch aus dem Gesundheitsministerium. Es wird aber sicher auch teurere Angebote geben.

PCR-Tests sind teurer, dafür sind die genaueren PCR-Tests in der Regel auch länger gültig als Antigen-Schnelltests.

Wer bekommt den Test weiterhin kostenfrei?

  • Für Kinder, die noch keine zwölf Jahre alt sind oder deren zwölfter Geburtstag maximal ein Vierteljahr her ist
  • Bis Ende 2021 auch Jugendliche bis zur Volljährigkeit
  • Personen, die sich nicht impfen lassen können und dafür ein ärztliches Attest vorlegen können, erhalten ein Test pro Woche kostenfrei
  • Schwangere in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten
  • Bis 2021 auch Schwangere in späteren Schwangerschaftsmonaten
  • Bis Ende 2021 Studenten aus dem Ausland, die mit einem in Europa nicht anerkannten Impfstoff geimpft worden sind
  • Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne
  • Teilnehmer:innen an klinischen Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe

Droht mit den Wegfall der kostenlosen Tests die 4. Welle?

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund befürchtet einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Kostenpflichtige Tests führten dazu, dass sich in Zukunft weniger Menschen mit Symptomen testen lassen, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Susanne Johna, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte ohnehin bereits eine Zunahme der Corona-Infektionen vorhergesagt, weil es noch immer eine große Zahl ungeimpfter Menschen gebe und die Kontakte in Innenräumen im Herbst zunehmen würden.

Mit welchen Konsequenzen ist noch zu rechnen?

Experten und Behörden befürchten eine Zunahme von gefälschten Corona-Tests. Die Zahlungspflicht bei Tests "könnte zu vermehrten Betrugsfällen führen", teile etwa das Münchner Gesundheitsreferat gegenüber der Süddeutscher Zeitung mit.

Der Testnachweis in der Corona-App läßt sich nicht so einfach manipulieren, aber ein abgelaufener Schnelltest im PDF-Format kann relativ einfach mit ein paar Klicks gefälscht werden, um die Kosten für einen aktuellen Test zu umgehen.

Es gibt frei verfügbare Programme im Internet, mit denen man PDF-Datein umwandeln und bearbeiten kann - bis hin zur Veränderung des Testdatums oder des Namens der getesteten Person.

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