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Erstes grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum Europas eröffnet

Bei Gmünd an der österreichisch-tschechischen Grenze
Bei Gmünd an der österreichisch-tschechischen Grenze Copyright Euronews
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Von Johannes Pleschberger
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An der Grenze zwischen Österreich und der Tschechischen Republik wurde das erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum Europas eröffnet. Wo früher der eiserne Vorhang war, kümmern sich nun Ärzte und Dolmetscher um Patienten aus beiden Ländern.

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An der Grenze zwischen Österreich und der Tschechischen Republik wurde das erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum Europas eröffnet. Wo früher der eiserne Vorhang war, kümmern sich nun Ärzte und Dolmetscher um Patienten aus beiden Ländern.

Jana Motlová muss jetzt nur noch wenige Meter über die tschechische Grenze gehen, um einen Facharzt in Österreich aufzusuchen. Zuvor musste die 32-Jährige eine Stunde in die nächstgelegene tschechische Stadt fahren.

Den Ärztemangel im Grenzgebiet beheben

"Die Bevölkerung in der Grenzregion zur Tschechischen Republik hat im Moment tatsächlich einen Mangel an Allgemeinmedizinern", sagt Christian Schäfer, der als Allgemeinarzt in dem neuen Gesundheitszentrum arbeitet.

"Wir haben auch keinen Gynäkologen. Früher hatten wir einen, aber leider nicht mehr. Es gibt nicht einmal einen Zahnarzt", so Patientin Jana Motlová.

Jahrzehntelang waren die österreichische Stadt Gmünd und die tschechische Stadt Ceske Velenice durch Stacheldraht getrennt.

Nun soll das neue medizinische Zentrum "Healthacross" mit rund 40 Ärzten und Gesundheitsdienstleistern unter einem Dach die Infrastruktur in der Region medizinisch wiederbeleben. Bei der feierlichen Eröffnung sagte der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtěch, dass Gesundheit keine Grenzen kennt.

Gemeinsame Gesundheitsversorgung - ein Beispiel für ganz Europa?

"Ich denke, dies könnte auch für andere Länder in Europa ein gutes Beispiel sein. Wir leben in der Europäischen Union, daher ist es ein großer Vorteil, dass wir keine Grenzen haben - keine physischen Grenzen", so Vojtěch.

Die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, erklärt, dass man 15 Jahre lang an dem Projekt Gesundheitsregion gearbeitet habe und es letztlich umgesetzt werden konnte, weil man finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union und verschiedenen regionalen Förderprogrammen bekommen habe.

Bereits mehr als 9.000 Tschechen konnten im nächstgelegenen österreichischen Krankenhaus behandelt werden, sowohl stationär als auch ambulant. Derzeit müssen diese Leistungen noch einzeln von der jeweiligen nationalen Krankenkasse genehmigt werden. Diese Hürde soll bis Anfang nächsten Jahres beseitigt werden.

Noch gibt es kleine administrative Hürden

"Natürlich sind die Preise für die Gesundheitsversorgung in der Tschechischen Republik und in Österreich unterschiedlich, also müssen wir herausfinden, wie wir dieses Problem der Kostenerstattung lösen können", sagte der tschechischer Gesundheitsminister.

Österreich hat inzwischen eine weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen mit der Slowakei und Ungarn initiiert.

Das Problem des Ärztemangels existiert vielerorts im ländlichen Raum. Die tschechische und österreichische Bevölkerung hofft, dass sich das in ihrer Grenzregion mit dem Healthacross-Zentrum nun ändern wird.

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