Reaktion Randale: Straßenschlachten nach Verhängung von Teil-Lockdown

Nach der Verhängung eines teilweisen Lockdowns in den Niederlanden ist es in Den Haag zu Straßenschlachten gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Randalierenden auseinanderzutreiben.
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden lag zuletzt bei täglich 16.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit weit über 500 doppelt so hoch wie in Deutschland.
Der geschäftsführende Ministerpräsident Mark Rutte erläuterte die Einschränkungen, die heute ab 18 Uhr MEZ in Kraft treten: "Es ist unvermeidlich, dass wir auf Maßnahmen zurückgreifen, die wir aus früheren Phasen kennen und die uns alle betreffen, egal ob wir geimpft sind oder nicht. Das ist ein Paket, von dem wir jetzt glauben, dass es für drei Wochen benötigt wird. Wir brauchen diese drei Wochen, um eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen zu ermöglichen, mit denen wir das Virus für die Zeit danach aufhalten wollen."
Ausgenommen sind Schulen, Kino, Theater
Gaststätten und Supermärkte in den Niederlanden müssen jetzt um 20 Uhr schließen, andere Geschäfte sogar um 18 Uhr. Die Abstandsregel von anderthalb Metern gilt wieder. Zuhause dürfen maximal vier Menschen pro Tag empfangen werden. Ausgenommen von den Maßnahmen sind Kinos und Theater. Dort müssen aber weiterhin Nachweise über eine Impfung, Genesung oder ein negativer Test vorgelegt werden. Sportveranstaltungen finden ohne Publikum statt. Der Schulbetrieb geht normal weiter.
Das erklärte Ziel ist eine Verringerung von Kontakten und die Ausbremsung der Corona-Welle. Viele Betriebe, aber auch Sportverbände und der Gaststättenverband reagierten empört. Der Chef des Verbandes, Robèr Willemsen sagte: "__Die Grenze ist erreicht. Unternehmer sind wütend." Die meisten Corona-Regeln waren in dem Land Ende September aufgehoben worden.