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Krawall in der Karibik: Paris bringt Autonomiegespräche ins Spiel

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Von Euronews  mit AFP
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Anti-Covid-Protest in der Hauptstadt von Guadeloupe, Pointe-a-Pitre
Anti-Covid-Protest in der Hauptstadt von Guadeloupe, Pointe-a-Pitre   -   Copyright  screenshot via AFP video

Trotz Ausgangssperre ist es im französischen Übersee-Departement Martinique zu einer erneuten Krawallnacht mit Protesten und zu heftigen Gewaltausbrüchen gekommen.

Bilanz: Vier verletzte Gendarmen, neun Festnahmen und mehrere abgebrannte Gebäude. Darunter ein Postamt und eine Tankstelle.

Die Betreiberin steht fassungslos vor den verkohlten Überresten. "Ich dachte, dass sie einbrechen, aber doch nicht, dass sie sie anzünden würden. Überlegen Sie mal, eine Tankstelle, das ist wie eine Bombe!"

Mehr Fingerspitzengefühl

Auch in Guadeloupe wurde am Samstag erneut demonstriert. Der Protest richtet sich vordergründig gegen Impfpflicht und Corona-Einschränkungen, immer mehr kommt dabei jedoch die Unzufriedenheit mit sozialen Missständen auf der auf der französischen Karibikinsel zum Ausdruck.

Als Reaktion signalisierte der für die Überseegebiete zuständige Minister Sebastien Lecornu die Bereitschaft der Regierung in Paris zu Gesprächen über eine Autonomie des Überseegebietes.

Es gebe keine "schlechten Diskussionen, solange diese dazu dienten, die wirklichen Alltagsprobleme der Menschen auf Guadeloupe zu lösen, so Lecornu.

Allein das Wort "Autonomie" ist allerdings ein rotes Tuch. Bei bisherigen Umfragen hatte sich die Mehrheit der Bewohner der Karibikinseln immer für einen Verbleib bei Frankreich ausgesprochen.

Paris sollte es mit mehr Fingerspitzengefühl versuchen, meint einer der Demonstranten, der 65-jährige Geschäftsmann Alex Vindex. "Wir, die Bevölkerung und die gewählten Volksvertreter, stellen fest, dass wir in Guadeloupe nicht dieselbe Entscheidungsmacht haben. Es müsste pädagogische Bemühungen geben, damit die Menschen in Guadeloupe begreifen, was Autonomie wirklich bedeutet."

Um dem seit Tagen andauernden Protest den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Paris bereits angekündigt hat, die Einführung der umstrittenen Impfpflicht für die karibikinseln zu verschieben.