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Internationale Bande zerschlagen - 5 Tonnen Kokain in Stahlträgern

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Von Euronews  mit dpa
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Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.
Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.   -   Copyright  Christoph Soeder/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Das sei ein sehr großer Erfolg gegen die international handelnde Rauschgiftmafia, sagte der leitende Ermittler beim BKA Christian Hoppe am Dienstag. Die Berliner Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt haben eine Bande von Kokainschmugglern zerschlagen.

Seit Jahren seien sie den Verdächtigen auf der Spur, auch ein ehemaliger Stasi-Offizier stehe im Fokus der Ermittlungen. Sie sollen knapp fünf Tonnen Kokain von Südamerika nach Deutschland geschmuggelt, die Lieferungen über Scheinfirmen abgewickelt, Corona-Hilfen abgegriffen und Geld gewaschen haben.

28 Verdächtige im In- und Ausland - Zentrum ist Berlin

"Heute haben 250 Einsatzkräfte unter Leitung des Bundeskriminalamtes mehr als 40 Orte durchsucht und 14 Haftbefehle vollstreckt", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag.

Allein in Berlin wurden zehn Verdächtige festgenommen, ein weiterer in Dortmund, zwei in Lettland und einer in Spanien. In Berlin und Umland seien die Taten geplant und koordiniert worden. Insgesamt gebe es 28 Verdächtige im In- und Ausland im Alter von 22 bis 62 Jahren.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Bande an insgesamt neun Lieferungen mit einem Umfang von knapp fünf Tonnen Kokain beteiligt gewesen.

Ermittlung "Stahlträgerverfahren"

Das Ermittlungsverfahren werde "Stahlträgerverfahren" genannt, weil das Kokain in Schiffslieferungen in Stahlträgern versteckt worden war, erläuterte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft.

Die Verstecke seien zudem mit Blei ummantelt worden, so dass sie durch übliche Röntgenverfahren nicht entdeckt werden konnten. So sollen die mutmaßlichen Täter bereits seit mindestens 2011 mit hochprofessionellen Strukturen, Scheinfirmen und falschen Identitäten Kokain über den Hamburger Hafen nach Deutschland gebracht haben.

Durch falsche Personalien sei es lange Zeit schwierig gewesen, die Beschuldigten zu identifizieren, sagte der leitender Ermittler Christian Hoppe. Der Kokainschmuggel sei zudem über ein Geflecht von Scheinfirmen abgewickelt und verschleiert worden. Ihr Firmengeflecht in diversen deutschen Städten sollen sie auch genutzt haben, um Corona-Subventionen abzugreifen.

Ehemaliger Stasi-Offizier und Kölner Versicherungskonzern verwickelt

Das illegal verdiente Geld sei anschließend gewaschen worden. Ein ehemaliger Offizier der Staatssicherheit der früheren DDR und die Niederlassung eines Kölner Versicherungskonzerns in Berlin sollen dabei geholfen haben.

Anlass der zwei Jahre dauernden Ermittlungen war den Ermittlern zufolge ein Fund von 690 Kilo Kokain im Wert von 140 Millionen Euro im November 2018 in einem Schiffscontainer im Hafen der brasilianischen Stadt Santos. Adressiert war der Container an eine Berliner Firma.