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Großer Zapfenstreich zum Abschied von der Kanzlerin: Tschüß Angie, Farbfilm nicht vergessen

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Von su  mit dpa
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Nach einem ganz normalen Arbeitstag in den Zeiten der Pandemie – samt Videoschalte mit den Ministerpräsidenten der Länder zu schärferen Maßnahmen zur Kontaktreduzierung - wird Angela Merkel an diesem Donnerstag offziell als deutsche Bundeskanzlerin verabschiedet – mit einem „Großen Zapfenstreich“ der Bundeswehr im Bendlerblock, dem Dienstsitz des Verteidigungministeriums. Der Große Zapfenstreich gilt als höchste Würdigung, welche die deutschen Streitkräfte einer Zivilperson zuteilwerden lassen können.

Ein paar Bürgerstimmen aus Berlin:

"Man kann schon sagen, sie hat Geschichte geschrieben, erst mal, als Frau. Ich glaube das ist eine starke Frau."

"Sie ist eine kluge Frau und hat viel Humor. Das ist wichtig im Leben."

"Ich finde sie positiv. Also ich habe wirklich von Frau Merkel viel bekommen als Ausländer. Ich fühle mich ganz gut."

"Also ich finde sie als Frau super. Nicht nur dass sie auch mal so DDR-Bürgerin war oder so. Aber als Mensch…bin eigentlich begeistert."

KEINE PAUSE FÜR DAS STABSMUSIKKORPS

Merkel will es als Ex-Kanzlerin „erst einmal langsam angehen lassen.“ ("Welt"), eine Pause einlegen und nachdenken, „was mich so eigentlich interessiert“. „Und dann werde ich vielleicht versuchen, was zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal“, sagte sie.

Stress hatte vor dem Abschied das Stabsmusikkorps der Bundeswehr mit ihrer Wunschliste zum Zapfenstreich. „Die Wünsche kamen spät und haben mich überrascht“, sagte der Dirigent, Oberstleutnant Reinhard Kiauka nach Medienberichten („Tageszeitung taz“).

o „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen

o „Großer Gott, wir loben dich“ von Ignaz Franz (Kirchenlied)

o „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef

„Für mich soll's rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef und der Song „Du hast den Farbfilm vergessen“, mit dem die Punk-Sängerin Nina Hagen 1974 in der DDR einen Hit landete, waren im Notenarchiv nicht vorhanden. Binnen zwei Tagen musste der Hagen-Titel neu für ein Blasorchester arrangiert werden. Demnach sagte Reinhard Kiauka auf die Frage, warum die Wunschtitel immer ausgefallener werden: "Ich glaube, dass das immer salonfähiger wurde, nachdem sich Karl-Theodor zu Guttenberg „Smoke on the Water“ von Deep Purple gewünscht hatte."

Das Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“ wurde 1974 in der DDR geschrieben. Den Text kann angeblich noch immer fast jeder zweite Ostdeutsche auswendig („Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön's hier war, ha ha“).

Die Punk-Sängerin Nina Hagen landete damit 1974 in der DDR einen Hit. Für viele Ostdeutsche, die sich vielleicht häufiger ein Bekenntnis der Kanzlerin zu ihren Wurzeln gewünscht haben, könnte das ein Signal sein. Nina Hagen schrieb in ihrer Autobiografie, das Lied triefe vor Ironie, es spiele „im Milieu einer irren Sehnsucht danach, dieser Schwarzweißwelt zu entfliehen“.

su mit dpa