Stichwahl in Chile: Boric liegt in Umfragen knapp vor Kast

Boric-Wahlkundgebung
Boric-Wahlkundgebung Copyright Matias Delacroix/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Von Euronews mit dpa
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Richtungsweisende Stichwahl am Sonntag in Chile ums Präsidentenamt zwischen Gabriel Boric und Jose Antonio Kast

WERBUNG

Am Sonntag findet in Chile eine spannende und richtungsweisende Präsidentenwahl statt. In einer Stichwahl treffen der linke, ehemalige Studentenführer Gabriel Boric - gerade 35 Jahre alt - und der rechts-konservative, deutsch-stämmige José Antonio Kast (55) aufeinander.

Wenige Tage vor der Wahl berichtete die Nachrichtenagentur AP über eine mögliche Nazi-Vergangenheit von Kasts Vater, - was der Präsidentschaftskandidat jedoch deutlich zurückwies. Der strenggläubige Katholik und Vater von neun Kinder macht aber aus seiner Sympathie für Diktator Augosto Pinochet keinen Hehl. "Wenn Pinochet noch lebte, würde er mich wählen", sagte Kast. Sein älterer Bruder Miguel Kast war Präsident der Zentralbank unter Pinochet.

Eine Welle der Gewalt im Süden des Landes, wo radikale Gruppen Brandanschläge verüben, war Wasser auf die Mühlen des Hardliners Kast. Kast sagte: "Wir wollen, dass wieder Frieden und Ordnung herrschen. Und wir wollen den Menschen ihre Würde zurückgeben, denn das fehlt uns hier, eine echte Würde, die man sich nicht mit Gewalt verschaffen kann."

Lange galt Chile als leuchtendes Beispiel in der von Armut, Gewalt und politischer Unruhe geprägten Region.

Aber auch Chile leidet unter großer sozialer Ungleichheit und Linkskandidat Boric will damit Schluss machen. Boric erklärte: "Wir leben in Frieden, unser Weg ist ein friedlicher Weg, aber hierzu brauchen wir soziale Gerechtigkeit und nicht Gewalt. Die Dinge so zu lassen wie sie sind, das ist ein Rezept für Instabilität, das ist das Rezept von José Antonio Kast."

Boric steht für gesellschaftlichen Wandel und eine Stärkung des Sozialstaats. Er will

ein öffentliches Bildungswesen und eine bessere Gesundheitsversorgung. In jüngsten Umfragen zur Wahl am Sonntag hatte Boric sich einen hauchdünnen Vorsprung vor Kast verschafft.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Gabriel Boric (36) wird neuer Präsident Chiles

Chile: Präsidentenwahl zwischen Extremen

Die wütenden Fischer von Valparaíso