Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Gabriel Boric (36) wird neuer Präsident Chiles

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa
euronews_icons_loading
Gabriel Boric wird neuer Präsident Chiles
Gabriel Boric wird neuer Präsident Chiles   -   Copyright  Luis Hidalgo/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Mit 36 Jahren wird Gabriel Boric am 11. März der jüngste Präsident in der Geschichte Chiles.

Der Sieg war überraschend klar ausgefallen: Mit knapp 56 Prozent der Stimmen ist der frühere Studentenführer Boric zum Präsidenten gewählt worden. Der deutschstämmige Rechtspopulist und Pinochet-Sympathisant José Antonio Kast kam in der Stichwahl auf gut 44 Prozent.

Boric stammt aus Punta Arenas an der Südspitze des südamerikanischen Landes und ist spanischer und kroatischer Abstammung. Er hatte 2011 die Studentenproteste in Chile angeführt und war 2013 zum Abgeordneten gewählt worden.

Er steht für eine wiederbelebte progressive Linke, die vor allem seit 2019 stark gewachsen ist.

Boric hat ein öffentliches Bildungswesen und bessere Gesundheitsversorgung nach dem Vorbild des europäischen Sozialstaats versprochen. Zudem setzt er sich für die Rechte von Migranten, Indigenen und Homosexuellen ein.

In seiner ersten Rede als gewählter Präsident versicherte Boric, die im Wahlkampf offen zutage getretenen Gräben zwischen Rechts und Links überbrücken zu wollen. "Ich werde der Präsident aller Chileninnen und Chilenen sein", sagte er.

Er tritt sein Amt als Nachfolger des Konservativen Sebastián Piñera an. Boric sagte: "Wir wollen gerechte Veränderungen in einem Land, das niemanden diskriminiert. Sonst geht es rückwärts mit der Pinochet-Version von Sebastián Piñera: José Antonio Kast. Und das wollen wir nicht."

Die soziale Schere geht auch in Chile weit auseinander.

Vor zwei Jahren forderten über Wochen hinweg jeden Tag Tausende soziale Reformen.

Eine ihrer wichtigsten Forderungen, die auch Boric unterstützte, konnten sie bereits durchsetzen: Derzeit arbeitet ein Konvent eine neue Verfassung aus. Der aktuelle Text stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur.