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"Flurona": In diesen Ländern wurde die Doppelinfektion mit Corona- und Grippeviren festgestellt

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Von Euronews
Eine Frau in einem Impfzentrum in Athen, Griechenland
Eine Frau in einem Impfzentrum in Athen, Griechenland   -   Copyright  Petros Giannakouris/AP

Israel steht nach seiner Entdeckung von "Flurona" - einer gleichzeitigen Infektion mit dem Coronavirus und dem Influenzavirus - im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Im Beilinson-Krankenhaus in Petach Tikwa wurden bei einer 30-jährigen Frau, die gerade entbunden hatte, eine derartige Doppelinfektion festgestellt. Die Patientin war weder gegen die Grippe noch gegen Coronaviren geimpft worden.

Immer wieder tauchen Studien auf, die belegen, dass dies nicht der erste Fall ist - die Doppelinfektion wurde 2020 in den Vereinigten Staaten und China dokumentiert und immer mehr Länder bestätigen Fälle von "Flurona" innerhalb ihrer Grenzen.

Wo wurde Flurona entdeckt?

Die Nachricht von "Flurona" verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Mehrere Länder haben Fälle der Doppelinfektion bestätigt. Nach Israel wurden nun auch in Spanien, in der Region Katalonien, in Ungarn und in Brasilien Fälle gemeldet.

Weniger als 24 Stunden nach Bekanntwerden der Nachricht in Israel bestätigte das katalanische Gesundheitsministerium mehrere Fälle in der Region. Auf einer Pressekonferenz erklärte die Direktorin des katalanischen Gesundheitsdienstes, Gemma Craywinckel, dass es sich bei den festgestellten Fällen um "wenige und vereinzelte Fälle" handelt.

Gleichzeitig rief sie dazu auf, nicht in Panik zu verfallen und wies darauf hin, dass es sich nicht um besonders schwerwiegende Fälle handele, die ein besonderes Vorgehen erforderten. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde bestätigte, dass Ko-Infektionen manchmal auftreten können, wenn mehrere Viren parallel zirkulieren. Dies stelle aber keine größere "Schwere oder Komplexität" dar.

Ungarn entdeckt Ko-Infektion mit Omikron und Grippe

Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen bei Patient:innen eine Ko-Infektion mit Influenzaviren und der Delta-Variante des Coronavirus diagnostiziert wurden, konnte ein Labor in Ungarn Fälle einer Ko-Infektion mit Omikron- und Influenzaviren bestätigen.

Der Laborleiter Miklós Nyíri erklärte gegenüber ungarischen Medien, dass in den letzten zehn Tagen zwei Personen gleichzeitig positiv auf beide Viren getestet wurden. Es handelt sich um zwei junge Menschen, die in Budapest leben und sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus angesteckt haben.

Brasilien bestätigt Fälle von "Flurona" auf dem amerikanischen Kontinent

Auch in Brasilien wurden Fälle von Flurona dokumentiert. In Nord- und Südamerika ist es das erste Land, das diese Art von Doppelinfektion meldet. Wie die Zeitung Folha de S. Paulo berichtet, wurden in der Stadt Fortaleza in der Region Ceará insgesamt drei Fälle bestätigt.

Bei den Patienten handelt es sich um zwei einjährige Säuglinge und einen 52-jährigen Mann. Auf einer Pressekonferenz konnte die Gesundheitsbehörde auch den Influenza-Typ bestimmen, der die Infektionen verursacht hat (H3N2). Unklar ist bislang, mit welcher Variante des Coronavirus sich die Patienten angesteckt haben.

Die brasilianischen Behörden haben ihrerseits betont, dass "derzeit keine veröffentlichten wissenschaftlichen Studien vorliegen, die die klinischen oder immunologischen Folgen der Doppelinfektion beweisen".

Handelt es sich bei "Flurona" um ein neues Virus?

Die Dokumentation von "Flurona"-Fällen in einem Moment, in dem viele Länder Europas inmitten einer Omikron-Welle stecken, lässt die Alarmglocken schrillen. Expert:innen beschwichtigen, denn bei den Infektionen handelt es sich nachweislich um eine Doppelinfektion, nicht aber um ein neues Virus oder eine Kombination aus beiden Viren handelt. 

Wie die Direktorin des katalanischen Gesundheitsdienstes erklärte, bestätigen die Virolog:innen, dass es sich bei den dokumentierten Fällen nicht um "schwerwiegende" Krankheitsverläufe handelt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass "es eine Zunahme von Komplikationen gibt". Gleichzeitig rufen sie Ungeimpfte zur Vorsicht auf. Denn unklar ist bislang, ob die gleichzeitige Infektion mit beiden Virenarten nicht doch zu schweren Krankheitsverläufen führen kann.

Die Fachzeitschrift The Lancet hatte im Frühjahr 2020 erstmals über Fälle einer Doppelinfektion berichtet. In keinem der Fälle wurde über eine komplizierte Genesung der Patient:innen berichtet. Expert:innen zufolge sind beide Viren in der Umwelt häufig, weshalb es zu einer Ko-Infektion kommen kann, auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei Personen mit einem vollständigen Impfschema deutlich geringer ist.

Sie weisen auch darauf hin, dass sich ein gesunder Mensch nicht mit beiden Viren infizieren sollte, wie es bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem häufiger der Fall ist.