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Baskenland: Frankreich und Spanien streiten um Flüchtlinge

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Von euronews
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Baskenland: Frankreich und Spanien streiten um Flüchtlinge
Copyright  ANDER GILLENEA/AFP

Am Bahnhof im französischen Hendaye kontrollieren Polizisten eine Gruppe schwarzer Männer: Der Ort im Baskenland liegt an der Grenze zu Spanien und ist ein Einfallstor für viele Migrant:innen aus Westafrika. Auch der junge Ivorianer Junior Touré und weitere Flüchtlinge aus Mali und Guinea haben es heute versucht, doch die Polizei macht ihnen beim Ausstieg aus dem Zug einen Strich durch die Rechnung. Die französischen Beamten schicken sie in den nächsten Zug zurück nach Spanien und stellen ihnen die Einreiseverweigerung auch noch mal schriftlich aus. Aber Touré, der bereits den Atlantik überquert hat, um über die Kanarischen Inseln nach Spanien zu kommen, wird sich davon nicht abschrecken lassen. "Ich werde es wieder versuchen", sagt der 20-Jährige. "Und nächstes Mal klappt es bestimmt."

Die französische Polizei fängt immer mehr Flüchtlinge an der Grenze ab. 2021 mussten laut Behörden über 13.000 Menschen wieder umkehren, 2020 waren es nur knapp 6000. Wegen der verstärkten Kontrollen suchen sich die Migrant:innen oft Wege, die gefährlich sind. zum Beispiel durch den Grenzfluss Bidassoa, was für drei Männer im vergangenen Jahr tödlich endete. Drei weitere Flüchtlinge starben 2021, weil sie von einem Zug überrollt wurden. Andere wiederum versuchen es mit der "Taxi-Mafia": Schlepper, die die Migrant:innen im Auto nach Frankreich fahren. Der Versuch kostet laut Berichten 150 bis 300 Euro.

Spanische Behörden: Kontrollen sind rassistisch

Die spanische Seite kritisiert das Vorgehen der französischen Polizei. Nur schwarze Personen würden kontrolliert und die Migrant:innen nicht über ihre Rechte aufgeklärt. Xabier Legarreta, Direktor für Migration und Asyl in der baskischen Regierung: "Seit Langem werden internationale Vereinbarungen gebrochen, der Schengen-Raum wird verletzt. Die französische Polizei führt seit einiger Zeit Grenzkontrollen durch, die ich rassistisch nennen würde."

Die französischen Behörden sagen, sie würden nur Menschen zurückschicken, die kein Visum beantragen wollten. Die Flüchtlinge lassen sich von diesem Ping-Pong-Spiel nicht abhalten. Sie haben oft Familienmitglieder, die bereits in Frankreich leben.