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Russische Marinemanöver oder Seeblockade?

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Von Anelise Borges  & Julika Herzog
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Russische Marinemanöver oder Seeblockade?
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Während die Welt den russischen Truppenaufmarsch in Osteuropa beobachtet, sind die ukrainischen Behörden genauso besorgt über russische Marinemanöver im Asowschen Meer.

Russische Marinemanöver und erhebliche Seekräfte im Asowschen und Schwarzen Meer

Für die Marineübungen hat Russland für weite Teile des Schwarzen Meeres, als auch das Asowsche Meer Warnungen vor Raketen- und anderem Beschuss ausgesprochen- und die Meeresregion für den gesamten, auch den kommerziellen Seeverkehr gesperrt.

Innerhalb der nächsten Tage, so hat es das russische Verteidigungsministerium verkündet, sollen ausgedehnte Marinemanöver stattfinden. Zu diesem Zweck habe das Land erhebliche Seekräfte zusammengezogen.

Kiew kritisiert "Seenblockade" und kündigt Antwort an

Kiew verurteilt dies und kündigte eine Antwort an. Das ukrainische Außenministerium wirft Russland eine Seeblockade des Landes vor und auch die US-Botschaft in Kiew verurteilt die Manöver.

Das Schwarze Meer und das Asowsche Meer sind essentiell für die ukrainischen Exporte und sind Lebensgrundlage vieler Menschen hier in der Region

Fischer sind besorgt, sollten Gewässer gesperrt werden

So auch für den Fischer Anatoli Yurievich: "Wir atmen und leben noch. Ich meine, wir haben zu Essen, wir werden nicht reich."

Wo sollen wir sonst hin?
Anatoli Yurievich
Fischer im Asowschen Meer

Anatoli Yurievich ist 73 Jahre alt - seit 50 Jahren fischt er im Asowschen Meer. Er sagt, er habe noch nichts von einer Zunahme der Spannungen mit Russland gespürt. Sollte jedoch etwas passieren und diese Gewässer gesperrt werden, würde es für ihn schwierig werden.

"Wo sollen wir sonst hin, was sollen wir tun? Es gibt keine Arbeitsplätze. Alles ist geschlossen. Das wärs für uns, außer für die Unternehmer und die, die an Land arbeiten. Es wäre das Ende."

Immer wieder Konflikte und Zusammenstöße im Asowschen Meer

Das Asowsche Meer ist ein gemeinsames Binnenmeer zwischen Russland und der Ukraine und ist nur durch die Straße von Kertsch mit dem größeren Schwarzen Meer verbunden. Immer wieder kam es hier zu Konflikten zwischen den beiden Nachbarnländern.

Russische Schiffe sind den ukrainischen Schiffen zahlenmäßig hoch überlegen, im Schwarzen Meer liegen zahlreiche russische Kriegsschiffe. Kiew beklagt, dass die russische Flotte oft der ukrainischen Küste zu nahe kommt.Und die Ankündigung der Marinemanöver verschlechtert die Beziehung der beiden Länder weiter.

Vor Ort sei "kein Druck zu spüren" - Medien übertreiben

In der Hafenstadt Mariupol sagen die Menschen, dass von dem aktuellen Druck hier eigentlich nichts zu spüren ist- die Medien würde die Situation übertreiben.

"Wenn du die Nachrichten einschaltest, bekommst du Angst. Es scheint, als würde jemand an deine Tür klopfen und als ob es bald Schmerzen und Blut geben wird", sagt ein junger Mann.

Und ein anderer kritisiert: "Es kommt vor, dass die Medien und Journalisten übertreiben, wir brauchen ausgewogenere Informationen. Aber leider präsentiert uns im Moment niemand diese korrekten Informationen."

Ein älteres Ehepaar sagt, sie verfolgen keine Nachrichten und mischen sich nicht in die Politik ein. "Man kann ja alles sagen, aber es ist besser mit Taten zu beweisen" so der Ehemann. 

Welche Taten werden nun folgen?

Und genau dies beschäftigt die Welt: welche Taten werden nun folgen? In den vergangenen Tagen hat sich die Krise weiter zugespitzt, zahlreiche westliche Staaten fordern ihre Staatsbürger zum Verlassen der Ukraine auf. Die USA warnen offen vor einer russischen Invasion noch vor dem nächsten Wochenende.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche Gespräche - zur Deeskalation der angespannten Lage.