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Krieg in der Ukraine: Offensive auf Kiew stockt - Verhandlungen in Belarus

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Von euronews
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Krieg in der Ukraine: Offensive auf Kiew stockt - Verhandlungen in Belarus
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Eine Woche nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine verstärkt Russland die Angriffe, während Verhandlungen über eine Waffenruhe in Belarus laufen. UN-Angaben zufolge wurden seit Beginn der Offensive über 230 ZivilistInnen getötet und über 500 verletzt. Regelmäßig gibt es Berichte über weitere Opfer.

Wie weit sind die russischen Truppen bisher gekommen?

Die südliche Hafenstadt Mariupol wird laut russischen Angaben von der russischen Armee belagert. In der Stadt gibt es Stromausfälle. Wasser und Lebensmittel werden knapp.

Unterdessen scheint das Vorrücken der russischen Truppen auf Kiew zu stocken. Bewohner:innen des Dorfs Gorenka bei Kiew zufolge, wurden bei einem russischen Bombenangriff am Mittwochmorgen mehrere Häuser zerstört. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs setzten sich russische Truppen nördlich und nordwestlich von Kiew in 20 bis 30 Kilometern Entfernung von der Stadtgrenze fest und errichteten Feldlager. Journalist:innen vor Ort berichten von Explosionen. Dem Kiewer Bürgermeister zufolge können russische Raketenangriffe durch Luftabwehrsysteme verhindert werden. 

Die in der Nähe von Kiew gelegenen nordostukrainischen Großstädte Tschernihiw und Sumy werden laut ukrainischen Angaben weiter belagert.

Im Gebiet Charkiw sei die Stadt Balaklija mit ihrem großen Munitionsdepot weiter umkämpft. Unter Beschuss geraten ist Medienberichten auch die Kleinstadt Isjum an der Grenze der Gebiete Charkiw und Luhansk.

Die Stadt Cherson in der Südukraine ist laut russischen Angaben unter Kontrolle der russischen Armee. Die ukrainische Armee hat die Stadt offenbar aufgegeben. "Wir haben in der Stadt keine Streitkräfte der Ukraine, nur friedliche Bewohner, die hier leben wollen!", schrieb Bürgermeister Ihor Kolychajew in der Nacht zum Donnerstag. Russische Soldaten seien in der Stadtverwaltung gewesen, es wehe aber weiter die ukrainische Flagge über dem Gebäude. 

Enerhodar: Barrikaden gegen Vorrücken auf größtes AKW Europas

Die ukrainische Regierung lobte den Widerstandswillen der Bevölkerung. Im südlichen Melitopol unweit der Krim protestieren die Menschen seit Tagen gegen die russische Armee in der Stadt. Auch im etwa 100 Kilometer entfernten Enerhodar gibt es zivilen Widerstand: Hunderte Anwohner:innen und Arbeiter:innen des örtlichen Atomkraftwerks errichteten Barrikaden, um die russischen Panzer am Vorrücken zu hindern. In der Stadt befindet sich das größte Atomkraftwerk Europas. Die ukrainische Atomaufsichtsbehörde bat die Internationale Atomenergiebehörde um Unterstützung bei der Sicherung der Kernkraftwerke im Land.

UN: 1 Million Menschen sind geflohen

Innerhalb einer Woche sind laut Vereinten Nationen bereits eine Million Menschen vor dem Krieg geflohen. Laut UNHCR ist der Andrang an den Grenzen der westlichen Nachbarländer der Ukraine aber etwas geringer geworden.