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Charkiw schwer umkämpft: Russische Bombe tötet KZ-Überlebenden

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Von Euronews  mit dpa, afp, ap
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Charkiw schwer umkämpft: Russische Bombe tötet KZ-Überlebenden
Copyright  AP / Andrew Marienko

Die Straßen gespenstisch leer, in der Ferne explodieren Bomben: Von Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, ist nicht mehr viel übrig.

Leben zwischen den Trümmern

Viele der 1,5 Millionen Einwohner sind geflohen, Hunderte Gebäude liegen in Trümmern. Charkiw liegt nur 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, doch Putins Truppen haben es bislang nicht geschafft, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Inmitten dieses apokalyptischen Szenarios versuchen Zurückgebliebene zu überleben. Sie verstecken sich seit Wochen in Bunkern, gehen nur raus, um Lebensmittel zu kaufen. Doch die werden immer knapper.

"Wir brauchen unbedingt Hilfe. Fast alle Lebensmittelläden sind geschlossen", sagt eine Frau, die Schlange steht, um etwas zu essen zu bekommen.

Eine andere sagt: "Nur dieser eine Supermarkt ist noch offen. Doch die Sachen dort sind so teuer, dass man sie kaum bezahlen kann."

Konzert im Untergrund

Viele Menschen hausen seit Ausbruch des Kriegs in den U-Bahn-Stationen – auch die junge Mutter Katia. „Wir sind seit 24. Februar hier. In der Nähe unseres Hauses stand die Schule in Flammen. Panzer standen in Flammen. Deshalb haben wir beschlossen, nicht dorthin zurückzugehen", erklärt sie. "Hier ist es kalt. Die Kinder werden krank. Sie bekommen Augenentzündungen, sind erkältet. Sie husten, wie Sie hören können."

Im Untergrund geht das Leben weiter. In einem Bunker spielt eine Band ein kleines Konzert – zur Aufheiterung in den dunklen Zeiten und um Spenden für die ukrainischen Streitkräfte zu sammeln.

Diese versuchen auf den Straßen, die Stellung zu halten. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie sie einen Mann festnehmen, der im Verdacht steht, ein russischer Spion zu sein. Die Informationen sind nicht überprüfbar.

Entsetzen über Tod von KZ-Überlebendem

Klar ist: Der russische Beschuss auf Charkiw geht weiter. Eines der letzten Opfer war Boris Romantschenko, ein 96-jähriger KZ-Überlebender. Sein Wohnhaus wurde von einer russischen Bombe zerstört. 

Angesichts seines Todes wirkt die Propaganda des Kremls umso zynischer: Er begründet den Krieg damit, die Ukraine "entnazifizieren" zu wollen.