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"Schrecklicher" als in Butscha: Borodjanka wurde zerbombt und geplündert

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Von Sérgio Ferreira de Almeida  & Euronews
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Ein junger Mann schiebt eine Schubkarre vor einem zerstörten Wohnhaus in der Stadt Borodjanka (10. April 2022).
Ein junger Mann schiebt eine Schubkarre vor einem zerstörten Wohnhaus in der Stadt Borodjanka (10. April 2022).   -   Copyright  (AP Photo/Petros Giannakouris)

In der vergangenen Woche wurden Meldungen über das Martyrium der ukrainischen Kleinstadt Borodjanka bekannt. Euronews-Reporter Sérgio De Almeida hat für uns die Lage dort beobachtet, dies ist sein Bericht.

Schon am Eingang von Borodjanka ist das Ausmaß der Zerstörung deutlich sichtbar. Wochenlang war die rund 40 Kilometer von Kiew entfernte Stadt von russischen Truppen besetzt. Mehrere Wohnhäuser wurden zerbombt. Nicht einmal eine Statue des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko blieb von den Angriffen verschont. Anwohner berichten zudem von Plünderungen.

"Sie haben hier geschossen, was das Zeug hält"

Ein Mann namens Alexander erklärt: "Die Brücken gesprengt, man kann da nicht mehr durchfahren, es gibt nur noch einen Weg hierher. Sie haben hier geschossen, was das Zeug hält. Und sie sind in jede einzelne Garage eingebrochen, alle Schlösser wurden aufgebrochen. Die Leute sagen, sie hatten alle möglichen Werkzeuge dabei!"

Als die russischen Truppen abzogen, hinterließen sie Hunderte von Minen in der ganzen Stadt verstreut. Die örtlichen Behörden befürchten, dass die Entminung mehrere Jahre dauern könnte.

Aber vorher müssen sie herausfinden, was sich unter den Trümmern befindet. 26 Menschen wurden bereits für tot erklärt. Mehr als 200 werden weiterhin vermisst.

Borodjanka ist laut ukrainischen Angaben eine der am stärksten zerstörten Städte in der Region Kiew, die Lage laut Präsident Selenskyj noch "schrecklicher" als in Butscha.

"Was für Bastarde, wie können sie das tun?"

Halyna, eine Anwohnerin, ist nach Borodjanka zurückgekehrt und berichtet: "Wir sind zurückgekommen, um zu sehen, was hier geschen ist, denn wir sind geflüchtet, wir waren nicht hier. Als sie begannen zu schießen, war hier die Hölle los!!! So viele Menschen wurden getötet. Oh Gott! Was für Bastarde, wie können sie das tun? Ich weiß es nicht. Wer hätte das gedacht? Die Russen sind unsere Brüder, unsere Schwestern. Wie ist das möglich? Wie konnten sie angreifen? Wie konnte das geschehen? So eine große Zerstörung. Dort wurden alle Häuser beschädigt. Alle Häuser."

Euronews-Reporter Sérgio De Almeida zeigt auf eine der Häuserruinen und sagt: "Der Keller dieses Gebäudes ist völlig zerstört. Er diente Dutzenden von Zivilisten während der russischen Besetz ung als Schutzunterkunft. Jetzt versuchen Bergungssteams zu retten, was noch zu retten ist - und befürchten unter den Trümmern das Allerschlimmste."