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Gefährliche Aufräumarbeiten und Ermittlungen in den Trümmern der ukrainischen Ortschaft Borodjanka

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Von euronews
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Rettungskräften bei Arbeiten in Borodjanka (Aufnahme vom 9. April 22)
Rettungskräften bei Arbeiten in Borodjanka (Aufnahme vom 9. April 22)   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

In der Ortschaft Borodjanka in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew laufen seit dem Abzug der russischen Einheiten die Aufräumarbeiten. Gleichzeitig stellen amtliche und private Ermittlungsstellen Beweismaterial sicher und zeichnen auf, welche Kampfmittel hier eingesetzt wurden.

Überall könnten Blindgänger liegen

Juri Cehniuk, der Einsatzleiter einer Sondereinheit des ukrainischen Katastrophenschutzes, sagt: „Während der Bombardierung der Stadt kamen Fliegerbomben mit einem Gewicht von 250 und 500 Kilogramm zum Einsatz - verbotene Streubomben, die die Gegend bedeckten. Und die umliegenden Orte wurden mit Raketenwerfern vom Typ Grad beschossen.“

Die Aufräum- und Ermittlungsarbeiten in den Trümmern sind gefährlich. Überall könnten Blindgänger liegen. Die Stückzahl der bisher in Borodjanka gefundenen Waffenreste wird von den Behörden mit mehr als 1300 angegeben.

Schmerzhafte Rückkehr nach Borodjanka

„Selbstverständlich ist das hier ein Kriegsverbrechen“, meint Cehniuk. „Das sind Wohnhäuser, in denen Zivilpersonen lebten. Zum Zeitpunkt des Beschusses befanden sich hier keine Streitkräfte. Sie haben eine friedliche Stadt beschossen, unter anderem mit verbotenen Streubomben, die auf diesen Platz, auf die Innenstadt abgeworfen wurden“, sagt er.

Ein weiterer Ermittlungsschritt umfasst das Anhören der Bevölkerung. Mitglieder einer privaten Ermittlungsgruppe sind vor Ort - sie fürchten um ihre Sicherheit und wollen unerkannt bleiben.

„Wir haben Menschen befragt, deren Bekannte festgenommen wurden. Sie waren sogenannte Gefangene, die gefoltert und missbraucht wurden. Und wir haben Aussagen über die Erschießung von Zivilpersonen“, sagt ein Mitglied der Ermittlungsgruppe.

Sie ordnen die Angaben der Bevölkerung und stellen sie dann der Justiz zur Verfügung. „Die Beweise in Form von Aussagen werden der ukrainischen Staatsanwaltschaft und den internationalen Ermittlungsstellen übergeben. Wir arbeiten mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Zwischen 2014 und dem Beginn des russischen Einmarsches haben wir mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammengearbeitet“, sagt das Mitglied der Ermittlungsgruppe.

Der Kreml weist den Vorwurf, die russische Armee nehme in der Ukraine zivile Einrichtungen unter Beschuss und habe Kriegsverbrechen begangen, als Falschmeldungen zurück.