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Ausbildung von Ukraine-Soldaten an PzH 2000 in Idar-Oberstein gestartet

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Von Euronews
Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während eines  Übungsmanövers in Munster, 10. Mai 2022
Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während eines Übungsmanövers in Munster, 10. Mai 2022   -   Copyright  Philipp Schulze/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de)

Ab heute werden ukrainische Soldaten an der Artillerieschule der Bundeswehr in Idar-Oberstein an der deutschen Panzerhaubitze 2000 ausgebildet. Die Ausbildung soll etwa 40 Tage dauern.

Insgesamt sollen mehr als 60 Ukrainer in Idar-Oberstein ausgebildet werden, die dann in Fünfer-Teams jeweils eine Haubitze bedienen sollen. Sie müssen lernen, die Panzerhaubitze zu fahren, mit ihr zu schießen und Störungen im Betrieb zu beseitigen.

Deutschland und die Niederlande haben der Ukraine die Lieferung von insgesamt zwölf Panzerhaubitzen 2000 zugesagt, sieben davon aus Deutschland. Die schweren Geschütze aus deutscher Produktion zählen zu den modernsten Artilleriewaffen der Welt.

Laut Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) stammen die Waffensysteme aus einer laufenden Instandsetzung. Demnach fehlen sie der Bundeswehr nicht unmittelbar.

Derzeit modernstes Artilleriesystem

Die Panzerhaubitze 2000  - kurz PzH 2000 - ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug, ähnlich einem Panzer. Mit Standardmunition erreicht die Panzerhaubitze 2000 Schussentfernungen von 30 Kilometern. Mit sogenannter reichweitengesteigerter Munition sind nach Angaben der Bundeswehr sogar 40 Kilometer möglich. 

Die Besatzung kann demnach bis zu sechs Granaten so abfeuern, dass diese gleichzeitig einschlagen. "Die Panzerhaubitze 2000 ist eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit. Ihre Stärke liegt in ihrer Präzision und in ihrer großen Kampfentfernung", heißt es.

Ukraine könnte erhebliche Wirkungstreffer erzielen

Praktiker erklären, dass die ukrainischen Truppen damit in Verbindung mit Aufklärungsergebnissen erhebliche Wirkungstreffer auf größere Entfernung erzielen könne. Befürworter von Lieferungen verweisen darauf, dass sich im Ukraine-Krieg Europas künftige Ordnung entscheiden könne. Ein russischer Sieg müsse deshalb verhindert werden. Andere warnen davor, dass Deutschland mit solchen Lieferungen in den Krieg hineingezogen werden könnte.

Um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gab es in Deutschland lange Streit. Der Bundestag verabschiedete dazu schließlich einen gemeinsamen Antrag der regierenden Ampel-Parteien und der CDU/CSU-Opposition.

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