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Im Schlaf überrascht: Mehr als 1000 Tote durch starkes Erdbeben in Afghanistan

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Von Euronews
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Bilder der Verwüstung nach dem Erdbeben in der Provinz Paktika in Afghanistan
Bilder der Verwüstung nach dem Erdbeben in der Provinz Paktika in Afghanistan   -   Copyright  AP/AP

Das ganze Ausmaß der Katastrophe wird erst nach und nach sichtbar. 

In Afghanistan ist die Zahl der Toten nach dem verheerenden Erdbeben auf mindestens 1000 gestiegen. Mehr als 1500 seien verletzt worden, so ein Regierungssprecher gegenüber der afghanischen Nachrichtenagentur Bakhtar. Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen.

Die Menschen wurden im Schlaf von dem Erdbeben überrascht, das bis nach Pakistan und Indien - mehr als 500 Kilometer entfernt - spürbar war. Die Bauweise in der armen und wirtschaftlich schwachen Region ist aus Kostengründen nicht erdbebensicher, viele Familien leben dicht zusammen.

Das Beben hatte laut pakistanischen Behörden eine Stärke von 6,1.

Laut der staatlichen afghanischen Nachrichtenagentur Bakhtar wurden Rettungsteams mit Hubschraubern in das betroffene Gebiet geflogen. Die Taliban forderten internationale Hilfsorganisationen dazu auf, sie bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. 

Im Internet verbreiteten zunächst Journalisten aus Pakistan und Aktivisten aus Afghanistan erste Bilder, die durch das Erdbeben zerstörte Gebäude zeigen.

Katastrophe trifft eine leidende Bevölkerung

Seit die radikalislamischen Taliban im August vergangenen Jahres die Herrschaft in Kabul an sich gerissen  haben, ist Afghanistan international isoliert. Die im Land stationierten ausländischen Truppen haben sich zurückgezogen - Hilfsorganisationen haben Probleme, die Bedürftigen zu unterstützen. 

Die Wirtschaft des Landes ist seit der Übernahme der Herrschaft durch die Taliban weitgehend zusammengebrochen.

Die Provinz Paktika liegt an der Grenze zu Pakistan.

Zehntausende Tote durch Erdbeben in den vergangenen Jahrzehnten

Immer wieder kommt es zu schweren Erdbeben in der Region am Hindukusch und den Nachbarländern, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinander treffen. 1998 erschütterte ein Beben den Norden Afghanistans, mehrere Tausend Menschen starben. In Pakistan starben 2005 bei einem gewaltigen Erdbeben mehr als 75 000 Menschen, über 3,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Im Nachbarland Iran starben bei einem Beben 2003 mehr als 40 000 Menschen, die historische Stadt Bam wurde größtenteils zerstört.