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Lyssytschansk in Trümmern: Russland kontrolliert jetzt ganz Luhansk

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj mit australischem Premier Anthony Albanese
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj mit australischem Premier Anthony Albanese Copyright Nariman El-Mofty/AP
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Von Julika Herzog mit dpa, AP, AFP
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Die ukrainische Armee sei mit dem Rückzug aus Lyssytschansk einem Einkesseln zuvorgekommen. Mit schweren Waffen werde man die Stadt aber wieder zurückerobern.

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Die russischen Truppen haben nach wochenlangen Kämpfen die Stadt Lyssytschansk eingenommen.

Die Ukraine bestätigte, dass sich ihre dortigen Truppen zurückziehen. Die ukrainische Armee sei damit einem Einkesseln zuvorgekommen. "Russland hat einen großen Vorteil in der Infanterie und in der Artillerie", teilte das Militär in Kiew mit. Der Rückzug sei zum Schutz der Soldaten erfolgt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. "Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat – insbesondere Lyssytschansk –, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden", sagte er.

Lyssytschansk war die letzte größere Bastion der Ukraine im Gebiet Luhansk im Donbas. Dessen Eroberung gehört zu den von Russland benannten Kriegszielen.

Russen rücken nach Einnahme von Lyssytschansk auf nächstes Ziel vor

Bei Raketenangriffen auf die Stadt Slowjansk in der Region Donezk wurden dem Bürgermeister Wadym Ljach zufolge sechs Menschen getötet und 15 verwundet.

Der Ballungsraum um Slowjansk scheint nach der Einnahme von Lyssytschansk das nächste Ziel der russischen Truppen zu sein, sie stoßen in diese Richtung vor.

"In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen", teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Montag mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez.

Selensky trifft australischen Premierminister Anthony Albanese

Während der schweren Kämpfe im Osten des Landes empfing Präsident Wolodymyr Selenskyj den australischen Premierminister Anthony Albanese in Kiew. Dieser versprach weitere militärische Unterstützung.

Selenskyj räumte ein, dass die russischen Truppen im Donbas aufholen. Die ukrainische Armee tue alles, was in ihrer Macht stehe. Die Lage sei aber schwierig und gefährlich, meinte Selenskyj am Rande des Treffens.

Auf die Frage, ob Russland die Region Luhansk komplett erobern könne, sagte Selenskyj: "Es gibt solche Risiken und sie sind uns bewusst. Aber man muss verstehen, dass sich die Situation täglich ändern kann."

Der australische Premier hatte zuvor Irpin besucht, eine vom Krieg verwüstete Stadt in der Region Kiew. Hier zeigte sich Albanese schockiert von dem Ausmass der Zerstörung und sprach von russischen Kriegsverbrechen.

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