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"Hybrider Krieg der neuen Art": Russland ist laut Macron "eine der letzten Kolonialmächte"

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Von Euronews  mit AFP
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Wladimir Putin in Moskau
Wladimir Putin in Moskau   -   Copyright  Mikhail Klimentyev/Sputnik

Auf einer Afrikareise hat Fankreichs Präsident Emmanuel Macron Russland als "eine der letzten Kolonialmächte" bezeichnet, weil Moskau in der Ukraine einen "territorialen Krieg" angefangen habe und einen "hybriden Krieg der neuen Art" führe.

Emmanuel Macron sagte bei seinem Besuch in Benin, einer ehemaligen französischen Kolonie, bei einer Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Patrice Talon in Cotonou: "Russland hat eine Offensive gegen die Ukraine gestartet. Es handelt sich um einen territorialen Krieg, von dem man dachte, er sei vom europäischen Boden verschwunden. Russland ist eine der letzten kolonialen imperialen Mächte."

Und er fügte hinzu: "Ich spreche auf einem Kontinent, der unter den kolonialen Imperialismen gelitten hat."

In einem Ende Juni veröffentlichten Dokumentarfilm wurden Ausschnitten eines Telefongesprächs zwischen Emmanuel Macron und seinem russischen Amtskollegen vier Tage vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine zitiert. Damals verwies Macron darauf, dass es keine juristische Rechtfertigung für die Anerkennung der Separatistengebiete in der Ukraine gebe. Der Dialog mit Putin, den Macron damals aufrecht erhalten wollte, scheint inzwischen zu einem weitgehenden Stillstand gekommen zu sein.

Emmanuel Macron hatte Moskau schon während seines Besuchs in Kamerun scharf kritisiert. In Yaoundé warnte der französische Staatschef vor der "neuen Art von hybrider globaler Kriegsführung". Dabei habe Moskau "beschlossen, dass Informationen, Energie und Nahrungsmittel militärische Instrumente sind, die in den Dienst gestellt werden", um den Krieg in der Ukraine zu führen.

Seit der Annexion der ukrainischen Krim durch Russland 2014 wurde der Konflikt als "hybrider Krieg" bezeichnet.

Lawrow kritisiert Westen auf seiner Afrikareise

Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow hat in den vergangenen Tagen mehrere afrikanische Länder besucht. In Uganda erklärte er, Russland sei nicht für die Energie- und Lebensmittelkrise verantwortlich. Lawrow beklagte eine "sehr laute Kampagne darum herum" gegen sein Land.

AP/Russian Foreign Ministry Press Service
Sergei Lawrow trifft in Brazzaville den Präsidenten Felix TshisekediAP/Russian Foreign Ministry Press Service

Nach seinem Besuch in Uganda war Russlands Außenminister auch in Brazzaville und übergab dem Präsidenten Félix Tshesekedi ein Botschaft von Wladimir Putin.