Nach Russland-Votum: Wagner-Chef Prigoschin schickt blutigen Hammer an EU-Parlament

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit Reuters
Hauptquartier der Wagner-Group in St. Petersburg in Russland
Hauptquartier der Wagner-Group in St. Petersburg in Russland   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Das Video ist auf der Telegram-Seite "GREY ZONE", die der Wagner-Gruppe zugerechnet wird und als Sprachrohr von deren Chef Jewgeni Prigoschin gilt, veröffentlicht worden. Darauf zu sehen ist ein Mann, der einen Geigenkasten in ein Büro bringt und diesen auf einem Tisch öffnet: darin liegt ein Vorschlaghammer - offenbar mit Kunstblut beschmiert und mit dem eingravierten Logo der Wagner Group PMC (Private Military Company) und den Worten "Blut - Ehre - Vaterland - Mut".

Die Szene soll sich in Brüssel abgespielt haben. Der Mann, der den Hammer überbringt, ist offenbar ein Anwalt der Wagner-Group. Laut dem auf Telegram veröffentlichten Text soll der Vorschlaghammer eine "Information" Prigoschins an das EU-Parlament sein.

Der belarussische Oppositionskanal Nexta, Kreml-Kritiker Igor Sushko und ein Berater des ukrainischen Innenministers haben das Video auf Twitter veröffentlicht.

Am Vortag hatten die EU-Abgeordneten mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Russland als staatlichen Sponsor von Terrorismus zu verurteilen. Nach der Abstimmung hatte es einen Hacker-Angriff auf die Internetseite des EU-Parlaments gegeben. 

Der Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, der den Spitznamen "Putins Koch" trägt, weil er mit Kantinenessen - auch für Russlands Armee - und Catering - u.a. für den Kreml - reich geworden ist, soll schon seit Jahren eine "Troll-Fabrik" in St. Petersburg finanzieren. Zuletzt hatte der Unternehmer damit geprahlt, dass er die Präsidentschaftswahlen in den USA beeinflusst habe.

Der Vorschlaghammer gilt als Symbol der Wagner-Söldner. Vor einigen Tagen hatte ein Video die Runde gemacht, auf dem ein sogenannter "Verräter", der offenbar zur Ukraine übergelaufene ehemalige russische Gefangene Jewgeni Nuschin zu sehen war, einen Hammer auf seinen Kopf gerichtet. Das Video trug den Titel "Hammer der Rache". 

Die Wagner-Söldner sind für ihre Brutalität berüchtigt. Seit Monaten rekrutiert Jewgeni Prigoschin - der selbst neun Jahre in Haft verbracht hat - in russischen Gefängnissen Freiwillige für den Krieg in der Ukraine, die dafür Teile ihrer Gefängnisstrafe erlassen bekommen.