Schneller deutsch werden: Ampelkoalition will Wartezeit auf 5 Jahre verkürzen

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Von euronews
Einbürgerungstest (Aufnahme aus dem Jahr 2008)
Einbürgerungstest (Aufnahme aus dem Jahr 2008)   -   Copyright  Franka Bruns/AP

Die Bundesregierung will der in Deutschland lebenden ausländischen Bevölkerung das Annehmen der deutschen Staatsangehörigkeit erleichtern. Bislang gilt die Regel: Wer mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt hat, kann einen Antrag auf Erhalt des deutschen Passes einreichen.

Die Ampel-Koalition will das künftig nach fünf und in Ausnahmefällen nach drei Jahren ermöglichen. Innenministerin Nancy Faeser findet, eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts sei überfällig. Sie sieht darin die Chance, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Merz: „Große Vorbehalte"

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz äußert Bedenken: „Ich habe große Vorbehalte dagegen, so mit dem Staatsbürgerschaftsrecht umzugehen, wie die Koalition das tut. Die Staatsbürgerschaft ist etwas sehr Wertvolles. Und damit muss man behutsam umgehen. Doppelte Staatsangehörigkeiten sollten nicht der Regelfall, sondern der Ausnahmefall sein."

Die SPD argumentiert, man habe das Interesse, die ausländische Bevölkerung schnell zu einem Teil der Gesellschaft werden zu lassen „und dass sie nicht in einer Parallelgruppe daneben leben, mit weniger Rechten, aber gleichen Pflichten wie alle Anderen. Und deswegen ist das ein ganz klarer Vorteil, der auch deutlich macht, was notwendig ist: Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und sein muss“, so Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen.

Im Jahr 2021 bekamen fast 132 000 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen und damit rund ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. Besonders viele von ihnen waren syrischer Herkunft.