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Tödliche Attacke in Paris: "Abscheulicher Angriff auf Frankreichs Kurden"

Vor Ort herrschte Panik im 10. Arrondissement in Paris
Vor Ort herrschte Panik im 10. Arrondissement in Paris Copyright Lewis Joly/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
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Von Euronews, dpa, AFP
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Nach den tödlichen Schüssen in Paris gibt es erste Erkenntnisse über die Hintergründe der Tat. Laut Innenminister Darminin habe der Täter Ausländer töten wollen. Ziel des Anschlags war ein kurdisches Kulturzentrum und andere kurdische Geschäfte. Der Tatverdächtige war den Behörden bereits bekannt.

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Der tödliche Angriff in Paris erschüttert Frankreich: Bei Schüssen vor einem kurdischen Kulturzentrum und in einem Restaurant hat ein Angreifer drei Menschen tödlich verletzt. Drei weitere Menschen erlitten Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich im 10. Arrondissement in der französischen Hauptstadt. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, wurde ein Verdächtiger festgenommen. Der 69-jährige Franzose ist der Polizei bekannt. Laut Frankreichs Innenminister Gérald Darminin wollte der Verdächtige Ausländer angreifen. Unklar sei, ob er explizit Kurden attackieren wollte.

Der mutmaßlicheTäter sei nicht als Rechtsextremist bei den Sicherheitsbehörden erfasst gewesen, sagte Darmanin. "Im Moment, in dem ich spreche, kann ich nicht sagen, dass er für rechtsextreme Taten bekannt war, auch wenn der Befund und die Vorgehensweise uns das in den kommenden Stunden natürlich besonders prüfen lassen werden." Der Mann habe alleine gehandelt und als Sportschütze über etliche Waffen verfügt. "Es ist nicht klar, ob diese Person wie auch immer politisch engagiert ist, auch wenn ihre Motivation offensichtlich ein Angriff auf Ausländer war."

Verdächtiger war den Behörden bekannt

Der Verdächtige war laut Staatsanwaltschaft erst vor kurzem unter Justizaufsicht aus der Haft gekommen. Im vergangenen Jahr habe er ein Zeltlager von Migranten angegriffen - mit einem Säbel, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete. Der Mann habe dort mehrere Menschen verletzt. Der Sender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Mann sei wegen zwei versuchter Tötungen bekannt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als abscheulich, es sei ein Angriff auf die Kurden in Frankreich, schrieb Macron auf Twitter.

Auch die Bürgermeisterin des Pariser Bezirks, Alexandra Cordebard, zeigte sich erschüttert: "Dieses Viertel im 10. Arrondissement ist ein multikulturelles Viertel, in dem seit vielen Jahren mehrere Gemeinschaften in Harmonie leben. Es ist eine furchtbare Tragödie für uns alle, dass die kurdische Gemeinschaft offensichtlich von diesem Mörder ins Visier genommen wurde."

Einige Stunden nach der Attacke ist es zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen. Mitglieder der kurdischen Gemeinde riefen Parolen gegen die türkische Regierung. Die Polizei setzte Tränengas ein. Innenminister Darmanin kündigte an, kurdische Treffepunkte landesweit schützen. Auch türkische diplomatische Vertretungen im Land sollten geschützt werden, um Gegenangriffe zu verhindern.

Pariser Bürgermeisterin: Tat eines Rechtsextremisten

Am Nachmittag meldete sich die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt zu Wort:

Reaktionen gab es auch aus dem benachbarten Deutschland. Außenministerin Annalena Baerbock schrieb auf Twitter: "Hass darf niemals gewinnen". 

Vor rund zehn Jahren hatte es im zehnten Pariser Arrondissement einen Mordanschlag auf drei kurdische Aktivistinnen gegeben. Ihre Leichen waren damals im Kurdistan Informationszentrum entdeckt worden.

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