Brasilia: Aufräumarbeiten und Ermittlungen laufen auf Hochtouren

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Von Anelise Borges  & Euronews
Euronews-Korrespondentin Anelise Borges berichtet aus Brasilia
Euronews-Korrespondentin Anelise Borges berichtet aus Brasilia   -  Copyright  Euronews

Nach dem Angriff radikaler Anhänger des abgewählten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel laufen in Brasilia die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. In den Gebäuden kam es zu erheblichen Schäden.

Zudem räumten Sicherheitskräfte ein Zeltlager der Unterstützer des rechten Ex-Staatschefs vor dem Hauptquartier der Streitkräfte in der brasilianischen Hauptstadt und beseitigten 60 Tonnen Müll, schrieb das Nachrichtenportal "G1".

Eraldo Peres/AP Photo
Ein Anhänger des ehemaligen Präsidenten Bolsonaro, blickt aus einem zerbrochenen Fenster des Regierungssitzes Palácio do PlanaltoEraldo Peres/AP Photo

Lula: Ordnung wird wiederhergestellt

Die Bolsonaro-Fans hatten nach der Wahlniederlage des Ex-Militärs rund zwei Monate vor dem Hauptquartier kampiert und immer wieder ein Eingreifen der Streitkräfte zugunsten des abgewählten Präsidenten gefordert. Sie hinterließen Zelte, Stühle, Holzkonstruktionen und Müll.

Auf den Straßen der Hauptstadt kehrte unterdessen weitgehend wieder Ruhe ein. Die Hauptstraße im Regierungsviertel zwischen den Ministerien blieb vorerst aber gesperrt.

Die chaotischen Szenen, die sich in Brasilia abgespielt haben, sind also vorüber, jetzt werden die Spuren beseitigt. Im Kongress, im Gebäude des Obersten Gerichtshofs und im Präsidentenpalast sowie auf den Straßen rundherum sind derzeit Hunderte mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Und mit der Wiederherstellung der Infrastruktur, die bei den Angriffen am Sonntag schwer beschädigt worden waren.

Organisierten Geschäftsleute Bustransporte nach Brasilia?

Präsident Lula da Silva ist zurück in Brasilia und hat von hier aus versucht, eine Botschaft zu vermitteln – nämlich, dass die Ordnung im Land langsam aber sicher wiederhergestellt wird.

Unterdessen hat das Justizministerium hat Einzelheiten zu den zahlreichen laufenden Ermittlungen veröffentlicht. Demnach gebe es Verbindungen zwischen Bustransporten Tausender Menschen in die Hauptstadt und brasilianischen Geschäftsleuten.

Natürlich wird es noch einige Zeit dauern, bis die Verantwortlichen ermittelt werden. Bislang wurden rund 1500 Menschen festgenommen, viele befinden sich noch immer in Polizeigewahrsam. Es wird eine Weile brauchen, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind und bis sich die Wut und der Schock gelegt haben.