31 Tage ohne Regen: Frankreich hat Angst vor einem weiteren Dürre-Sommer

Die Wasserstände sinken
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Von Euronews
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In Frankreich hat es seit einem Monat nicht mehr geregnet. Auch im Norden Italiens nimmt die Dürre alarmierendere Ausmaße an. Die trockenen Böden sorgen nun für ein Umdenken In der Landwirtschaft.

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Frankreich macht mitten im Winter eine anhaltende Trockenheit zu schaffen - und schon gibt es Angst vor einem zweiten Dürre-Sommer. Im Jahr 2022 herrschten extreme Hitze und Wassermangel.

Seit 31 Tagen ist im Land kein Regen mehr gefallen. Dies habe es im Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1959 noch nie gegeben, teilte der Wetterdienst Météo France mit. Das führe zu einer für die Jahreszeit bemerkenswerten Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt wurden. Der Zustand entspreche dem, wie man ihn normalerweise Mitte April antreffe. Der Süden des Landes sei besonders betroffen. Auch wenn im Laufe der Woche Regen erwartet werde, stehe einer der trockensten Februar-Monate seit 1959 bevor.

Po und der Gardasee führen wenig Wasser

Auch im Norden Italiens nimmt die Dürre nach Einschätzung von Umweltschützern immer alarmierendere Ausmaße an. In den italienischen Alpen sei in den vergangenen Monaten 53 Prozent weniger Schnee gefallen als im langjährigen Durchschnitt, teilte die Umweltorganisation Legambiente mit.

Im Becken des Po, des größten Flusses des Landes, seien die Niederschläge sogar um 61 Prozent gesunken. Betroffen seien auch der Norden und das Zentrum des Apennins - ein Gebirgszug, der große Teile Italiens durchzieht. Es sei im Wintermonat Februar im Übrigen auch wärmer als im Durchschnitt. Für weite Teile Südeuropas werden jetzt schon viel zu trockene Böden registriert.

Klimaexperte Andrea Toreti erklärt, dass es ungewöhnlich sei, "dass sich diese Ereignisse wiederholen". Man habe "bereits vor einem Jahr eine schwere bis extreme Dürre erlebt und davor im Jahr 2018". Hier sei ein Muster erkennbar.

Wassereinsatz in der Landwirtschaft erfordert Umdenken

Im vergangenen Sommer wurde im Norden Italiens ein Großteil der Reisproduktion vernichtet. Jetzt will man alles tun, damit sich dieses Szenario nicht wiederholt.

"Beim Anbau von Reis werden derzeit neue, innovative Methoden erprobt, um das Wasser komplett anders einzusetzen", sagt Toreti." Besonders während Spitzenzeiten, wo auch in anderen Bereichen Wasser benötigt wird." Es sei wichtig, dass man sich anpasse.

Die jüngsten Stürme und Überschwemmungen, wie beispielsweise in Rumänien, können einen falschen Eindruck erwecken. Laut Studien ist die Grundwassersituation in Europa bedenklich.

"Das ist eine Zeitbombe"

Gerade im Winter sei es wichtig, dass sich das Grundwasser wieder auffülle, erklärte der Agrar-Meteorologe Serge Zaka dem französischen Sender France Info. Die Zeit von November bis März, in der sich das Grundwasser wieder auffüllt, sei entscheidend. "Davon hängt ab, was das ganze Jahr über passiert."

Im Moment reichten die Regenmengen nicht aus, um die Dürre im Jahr 2022 auszugleichen. "Das ist eine Zeitbombe: Sobald die geringen Wassermengen im Boden von den Pflanzen genutzt werden, muss das Grundwasser angezapft werden, um die Pflanzen zu bewässern, und wir werden die gleichen Folgen wie im letzten Jahr haben."

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